Der Karlsruher Grat ist nicht in den Alpen, sondern im Schwarzwald, bei Ottenhöfen (Ortenaukreis). Dort gibt es auch keine Alpensteinböcke, sondern gewöhnliche Ziegen. Seit gut zwei Jahren haben es sich drei Burenziegen-Damen rund um die Wanderroute und den Klettersteig gemütlich gemacht. Woher sie kommen, ist ein Rätsel.
Selbst ist die Frau: Ziegendamen leben wild auf dem Karlsruher Grat
Weiß-braun, Hörner und lange Schlappohren: Die Burenziege ist eigentlich eine Rasse der Hausziege und lebt nicht wild irgendwo in Deutschland. Die drei Ziegendamen aber eben schon. Vermutlich sind sie vor gut zwei Jahren irgendwo ausgerissen und haben sich die Gegend dann als ihr neues Zuhause ausgesucht.
Es ist bis heute ein Rätsel, woher diese Ziegen kommen und wie sie auf ein natürliches Verhalten konditioniert sind.
Auf dem Karlsruher Grat scheint es ihnen gut zu gefallen: mit dem Huf ein bisschen Staub vom Wanderweg aufwirbeln, verschiedene Kletterrouten austesten oder die Sonne genießen. Zum Fressen gebe es auch genug, weiß Schwarzwald-Guide Nicolai Stotz. Auf dem Grat ernähren sich die Ziegen hauptsächlich von Besenheidesträuchern, aber auch verschiedene Beeren, Kräuter und Blätter stehen auf dem Speiseplan. Und, so meint der Guide, sie seien auch richtig gut im Futter.
Promi-Faktor: Im Internet sind die Ziegen bereits Stars
Lisa Ketterer lebt ganz nah am Karlsruher Grat in Ottenhöfen. Die drei Ziegendamen kennt sie schon länger - und hat sie auch schon oft in Posts auf Instagram gesehen. "Ich bin auch viel in der Schweiz in den Alpen unterwegs", erzählt sie. "Da ist das ja gang und gäbe, dass Tiere unterwegs sind." Im Vergleich zu Alpensteinböcken oder Gämsen, die einem vielleicht in der Schweiz begegnen, seien die drei Burenziegen aber sehr zutraulich und neugierig.
Man muss auf den Rucksack aufpassen.
Dass es den Tieren hier gefällt, versteht Lisa Ketterer gut, immerhin hätten sie hier ihre Ruhe und die Natur da. Für einen anderen Wanderer, Christoph Schmidt, sind die Ziegen sogar einer der Gründe, warum er gerne auf dem Karlsruher Grat wandert. "Ich habe eben auch im Internet gelesen, dass die Ziegen hier sind und wollte es mal sehen", erzählt er.
Wild aber zutraulich: Die Ziegen kommen Wanderern mittlerweile nahe
Schwarzwald-Guide Nicolai Stotz hat die Ziegen vor gut zwei Jahren zum ersten Mal gesehen. Er ist immer wieder gerne auf dem Karlsruher Grat unterwegs, erzählt er. "Ich war verwundert, die Ziegen so wild zu sehen und nicht auf irgendeiner Weide eingezäunt." Am Anfang sei er davon ausgegangen, dass die Ziegen von einem der umliegenden Bauernhöfe stammen würden und ihr Besitzer sie einfach dort weiden lassen würde. Irgendwann war dann aber klar: Die Ziegen leben hier wild.
Damals waren sie noch relativ scheu, heute sind sie viel zutraulicher und auf den Menschen fokussiert.
Meistens kämen sie einem schon entgegen, wenn man auf dem Grat laufe, berichtet Stotz. Natürlich auch mit der Hoffnung, sich bei den Wanderern den ein oder anderen Snack abzugreifen. Aber auch ohne zusätzliche Nahrung: Die Ziegen fühlten sich wohl und kämen gut zurecht. "Also ich jetzt würde mal behaupten, sie bewegen sich hier versierter als 99 Prozent aller Wanderer, die hier unterwegs sind."