Norbert Horn, ein waschechter Allgäuer aus Großholzleute bei Isny (Kreis Ravensburg), lebt ein Leben, das viele als idyllisch bezeichnen würden. Mit seinen zwölf Ziegen teilt er nicht nur seinen Alltag, sondern auch eine ganz besondere Leidenschaft.
Norbert Horn und seine zwölf Geißlein: Ein Leben mit Herz und Käse
Jeden Morgen um sieben Uhr beginnt sein Tag im Stall – beim Melken. Schon als Kind hatte er mit Ziegen zu tun. Seine Mutter war Sennerin auf der Alm, und Ziegen gehörten immer dazu. Beruflich schlug er zwar einen anderen Weg ein und arbeitete auf dem Bauhof, doch die Liebe zu den Tieren ließ ihn nie los. Heute hält er zwölf Geißen – jede mit ihrem eigenen Charakter. "Die eine ist massiger, die andere gutmütiger, wie bei den Menschen auch", sagt er schmunzelnd.
Die Ziegen und ihre Namen
Die Tiere sind für Norbert Horn weit mehr als nur Nutztiere. Er kennt jede einzelne beim Namen: Mona, Netti, Mädi, Hanna, Lina, Walli – und natürlich Prinzessin, seine Lieblingsziege. "Das ist eine ganz Liebe, eine ganz Brave", sagt er liebevoll über das junge Tier, das erst im Mai geboren wurde.
Norbert Horn sorgt dafür, dass seine Ziegen ein Leben wie im Paradies führen. "Du brauchst kein Tier zu halten, wenn es nicht artgerecht ist", betont er. Seine Ziegen haben viel Platz, frisches Futter und Blätter – ihr Leibgericht.
Schlachten - ein schwieriger Abschied
Doch das Leben als Ziegenhalter bringt auch schwierige Entscheidungen mit sich. Weibliche Kitze behält er, doch Ziegenböcke muss er schweren Herzens zum Schlachten geben. "Da kommen mir die Tränen, wenn die dann gehen", gesteht er. Ziegenfleisch zu essen, ist für ihn undenkbar. "Das ist alles Kopfsache. Einmal habe ich es probiert, aber ich konnte es nicht. Ich habe das ganze Fleisch verschenkt."
Milch und Käse aus eigener Herstellung
Stattdessen schwört Norbert Horn auf die Milch seiner Ziegen. Rund zwei Liter geben sie täglich, und daraus stellt er regelmäßig Käse her – in der eigenen Küche.
Ich habe ja nicht Käser gelernt. Aber ich habe es mir selbst angeeignet, angelesen. Und ich mache das jetzt viele Jahre – das ist einwandfrei, finde ich.
Horns Lebensgefährtin Annette ist ebenfalls begeistert. "Du weißt, was du isst – reine Natur", sagt sie, während sie den Käse zur Brotzeit genießt.
Horn spielt auch Horn für die Geißlein
Neben der Ziegenhaltung hat Norbert Horn noch eine weitere Leidenschaft: das Tenorhorn. Ab und zu spielt er ein Ständchen – und seine Ziegen lauschen andächtig. Ein Moment der Ruhe und Harmonie, der zeigt, wie sehr Mensch und Tier hier im Einklang leben.