Bei Gartenarbeiten stieß Bianca Heinkel aus Gaggenau gemeinsam mit Mann und Enkel am Montag ganz unverhofft auf einen mysteriösen Gegenstand. Er hat einen Durchmesser von 30 bis 40 Zentimetern, zwei Metallgriffe, die Ummantelung ist scheinbar auch aus Metall. An etwas Gefährliches dachte Bianca Heinkel im ersten Moment gar nicht.
Wir wollten auf keinen Fall, auch weil der Enkel da war, das Ding aufbauschen. Wir wollten einfach erstmal nüchtern damit umgehen.
Kurzerhand fragte sie in der örtlichen Facebook-Gruppe, ob jemand ihr sagen könne, was es mit dem Teil auf sich habe. Mit den Reaktionen hatte sie allerdings nicht gerechnet.
Internet diskutierte über mysteriösen Fund im Garten
Es dauerte nicht lange, bis die ersten Kommentare auftauchten. Zwischen einigen wohlwollenden Kommentaren fand sich auch der ein oder andere, der bei dem Gegenstand sofort eine Granate oder Ähnliches vermutete.
Ein Hype entsteht ganz schnell und bedachte Kommentare, die kamen langsamer, aber sie waren auch da.
Dass es sich um eine Bombe handeln könnte, konnten sich Bianca Heinkel und ihr Mann nicht vorstellen. Denn die Fundstelle war direkt neben einem künstlich angelegten Weg. Dass der Erbauer ihres Hauses den Gegenstand in der Erde nicht entdeckt hätte, schien ihnen unlogisch. Bianca Heinkel wollte den Fund der Polizei melden.
Kampfmittelbeseitigungsdienst analysierte im Hintergrund
Als sie am nächsten Tag zur Polizeistation ging, um den Gegenstand zu melden, wurde ihr gesagt, sie müsse mit dem Dorfvorsteher Kontakt aufnehmen. "Dann kam aus dem Off der Ruf einer Kollegin: Es kam gerade eine E-Mail rein vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Es ist keine Bombe!", erzählte Bianca Heinkel. Für sie kam die Entwarnung nur wenige Minuten nach der Meldung. Denn Bianca Heinkel wusste gar nicht, dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Foto auf Facebook schon analysiert hatte.
Wahrscheinlich doch nur ein Stück Beton
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst war von der Polizei auf den Fund in Gaggenau aufmerksam gemacht worden. In diesem Fall sei es relativ eindeutig gewesen, sagte Mathias Peterle vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. "Für mich sieht das aus wie ein Fundament aus Beton. Das kriegen wir häufig gemeldet." Wahrscheinlich habe das einmal einen alten Zaun oder ein Wäschegeländer getragen, sagte er.
Momentan häufen sich mutmaßliche Granaten- oder Bombenmeldungen in der Region. Knapp 20 Anrufe hätte der Kampfmittelbeseitigungsdienst nach eigenen Angaben am Wochenende bekommen. Grund sei das Niedrigwasser am Rhein. Das lege momentan viele verschiedene Gegenstände frei, von denen manche nicht gleich identifizierbar seien.
Bei ChatGPT kommt dann sofort Granate oder Bombe raus.
In den meisten Fällen, so Peterle, versetze man sich selbst und seine Nachbarn dadurch in Panik. Die meisten Funde seien harmlos. Trotzdem nimmt Peterle lieber mehr Anrufe in Kauf, statt etwas zu übersehen.
Auch Bianca Heinkel nimmt nach ihrem Fund einiges mit. Besonders, wie wichtig es ist, Ruhe zu bewahren, die richtigen Stellen zu informieren und nicht so viel auf Social Media zu vertrauen.