Das Moor auf dem Kaltenbronn (Kreis Rastatt) im Schwarzwald leidet unter Wassermangel. 200 Jahre alte Entwässerungsgräben haben dazu geführt, dass das Moor zunehmend ausgetrocknet ist. Diese Gräben sollen nun versperrt werden, damit weniger Wasser verloren geht.
So soll das Moor auf dem Kaltenbronn gerettet werden
Nicht nur dem Hohlohmoor geht es schlecht. Die Meisten aller Moore in Deutschland sind zu trocken. Beim Hohlomoor im Schwarzwald sind es zum Beispiel nur noch 3,5 Prozent die "moortypisch nass" sind, heißt es von den Verantwortlichen des Poor-Renatuierungsprojekts. Das Problem daran: Ist das Moor zu trocken, verliert es seine Schutzfunktion.
Intakte, nasse Moore speichern große Mengen Wasser und binden CO2 im Boden. Sie sind damit ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel, da sie Treibhausgase langfristig aus der Atmosphäre fernhalten. Sobald Moore jedoch entwässert werden, trocknet der Torf aus, beginnt zu verrotten und setzt das schädliche Klimagas CO2 wieder frei.
Damit das Moor auf dem Kaltenbronn wieder mehr Wasser bekommt, werden laut Regierungspräsidium Karlsruhe rund 1.000 Grabensperren errichtet. Eine Testphase mit elf Erprobungssperren haben schon erste Wirkung gezeigt, so Daniel Raddatz. Dort wo die Probesperren bisher testweise errichtet wurden, ist das Moor wieder mit Wasser gefüllt. Auch bedrohte Pflanzenarten seien hier schon wieder zurückgekehrt.
Die Kaltenbronn-Moore sind die größten Torf-Moore im Schwarzwald.
"Die Moore auf dem Kaltenbronn sind die größten im Schwarzwald", sagt Daniel Raddatz. "Allein hier am Holohmoor sind vier Millionen Kubikmeter Torf vorhanden und dadurch wird ganz, ganz viel CO2 gespeichert", erklärt er. Sind die Moore nass, kann die typische Moorvegetation zurückkehren.
Moor
Das Moor ist eine ökologische Übergangszone zwischen festem Land und Wasser. Moore sind CO2-Speicher und haben deshalb Einfluss auf den Klimawandel.
Entwässerungsgräben im Moor: Folgen sind bis heute sichtbar
Zwischen 1750 und 1850 wurden 370 Kilometer Entwässerungsgräben in der Moorlandschaft gegraben, um die Fläche von Wasser zu befreien. Ziel war es mehr Bäume zu pflanzen und Forstwirtschaft zu betreiben. Auch fast 200 Jahre danach seien die Folgen noch sichtbar, so Regierungspräsident Alexander Föhr. Der Wassermangel hat die Moorlandschaft zunehmend ausgetrocknet und zerstört.
Moorschutz ist Klimaschutz.
Viele der Gräben sind oberflächlich zugewachsen, unterirdisch fließt jedoch weiterhin Wasser hab. Das soll mit den Sperren verhindert werden. Die Moore werden durch starke Regenfälle gefüllt, das Wasser kann sich durch die Sperren länger im Moor halten und fließt langsamer ins Tal.
Bauarbeiten im Moor bis 2028
Die Bauarbeiten im Moor sind umfangreich, so Raddatz. Zudem müsse man in der Moorlandschaft sensibel vorgehen, um bestehende Pflanzen- und Tierarten nicht zu gefährden. "Wir brauchen Spezialmaschinen, die sehr bodenschonend arbeiten", erklärt er.
Hinzu kommen andere bedrohte Tierarten, auf die Rücksicht genommen werden muss. Zum Beispiel das Auerhuhn. "Mitte Juli haben wir mit den Arbeiten begonnen, damit das Auerhuhn hier nicht gestört wird und müssen dann eben spätestens im Oktober hier oben die Arbeiten einstellen", erklärt Raddatz. Ohnehin könne man die Schäden nicht vollumfänglich beseitigen, die der Wassermangel verursacht hat. Doch man wolle es probieren - "so gut es eben geht."
EU fördert Moor-Renatuierung
Rund 75 Prozent der geplanten Kosten in Höhe von 8,7 Millionen Euro übernimmt die EU. Am Projekt "MooReKa" sind die Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, ForstBW und der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord beteiligt. Bis 2028 sollen alle Grabensperren errichtet werden.