Bauarbeiten zur Rettung sind gestartet

Moor auf dem Kaltenbronn: 200 Jahre Gräben gefährden die Moorlandschaft

Das Moor am Kaltenbronn im Schwarzwald leidet unter Wassermangel. Der Grund dafür liegt schon Jahrhunderte zurück und ist menschengemacht. Nun starten Bauarbeiten, die das Moor retten sollen.

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Von Autor/in Fabiola Germer

Das Moor auf dem Kaltenbronn (Kreis Rastatt) im Schwarzwald leidet unter Wassermangel. 200 Jahre alte Entwässerungsgräben haben dazu geführt, dass das Moor zunehmend ausgetrocknet ist. Diese Gräben sollen nun versperrt werden, damit weniger Wasser verloren geht.

Das Moor am Kaltenbronn leidet unter Wassermangel. Grabensperren sollen Abhilfe schaffen.
So sehen die Grabensperren aus: Holz und eine Mischung aus Sägemehl und Torf, dadurch sind die besonders stabil.

So soll das Moor auf dem Kaltenbronn gerettet werden

Nicht nur dem Hohlohmoor geht es schlecht. Die Meisten aller Moore in Deutschland sind zu trocken. Beim Hohlomoor im Schwarzwald sind es zum Beispiel nur noch 3,5 Prozent die "moortypisch nass" sind, heißt es von den Verantwortlichen des Poor-Renatuierungsprojekts. Das Problem daran: Ist das Moor zu trocken, verliert es seine Schutzfunktion.

Intakte, nasse Moore speichern große Mengen Wasser und binden CO2 im Boden. Sie sind damit ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel, da sie Treibhausgase langfristig aus der Atmosphäre fernhalten. Sobald Moore jedoch entwässert werden, trocknet der Torf aus, beginnt zu verrotten und setzt das schädliche Klimagas CO2 wieder frei.

Das Moor am Kaltenbronn.
Hier hat eine der Grabensperren dazu geführt, dass sich wieder Wasser in einem kleinen Teil des Moores gesammelt hat.

Damit das Moor auf dem Kaltenbronn wieder mehr Wasser bekommt, werden laut Regierungspräsidium Karlsruhe rund 1.000 Grabensperren errichtet. Eine Testphase mit elf Erprobungssperren haben schon erste Wirkung gezeigt, so Daniel Raddatz. Dort wo die Probesperren bisher testweise errichtet wurden, ist das Moor wieder mit Wasser gefüllt. Auch bedrohte Pflanzenarten seien hier schon wieder zurückgekehrt.

Die Kaltenbronn-Moore sind die größten Torf-Moore im Schwarzwald.

"Die Moore auf dem Kaltenbronn sind die größten im Schwarzwald", sagt Daniel Raddatz. "Allein hier am Holohmoor sind vier Millionen Kubikmeter Torf vorhanden und dadurch wird ganz, ganz viel CO2 gespeichert", erklärt er. Sind die Moore nass, kann die typische Moorvegetation zurückkehren.

Entwässerungsgräben im Moor: Folgen sind bis heute sichtbar

Zwischen 1750 und 1850 wurden 370 Kilometer Entwässerungsgräben in der Moorlandschaft gegraben, um die Fläche von Wasser zu befreien. Ziel war es mehr Bäume zu pflanzen und Forstwirtschaft zu betreiben. Auch fast 200 Jahre danach seien die Folgen noch sichtbar, so Regierungspräsident Alexander Föhr. Der Wassermangel hat die Moorlandschaft zunehmend ausgetrocknet und zerstört.

Moorschutz ist Klimaschutz.

Viele der Gräben sind oberflächlich zugewachsen, unterirdisch fließt jedoch weiterhin Wasser hab. Das soll mit den Sperren verhindert werden. Die Moore werden durch starke Regenfälle gefüllt, das Wasser kann sich durch die Sperren länger im Moor halten und fließt langsamer ins Tal.

Bauarbeiten im Moor bis 2028

Die Bauarbeiten im Moor sind umfangreich, so Raddatz. Zudem müsse man in der Moorlandschaft sensibel vorgehen, um bestehende Pflanzen- und Tierarten nicht zu gefährden. "Wir brauchen Spezialmaschinen, die sehr bodenschonend arbeiten", erklärt er.

Das Moor am Kaltenbronn leidet unter Wassermangel. Grabensperren sollen Abhilfe schaffen.
Ein Spezialbagger wird für die Arbeiten im Moor verwendet. Vorsichtig gräbt er die Entwässerungsgräben frei, damit die Grabensperren eingebaut werden können.

Hinzu kommen andere bedrohte Tierarten, auf die Rücksicht genommen werden muss. Zum Beispiel das Auerhuhn. "Mitte Juli haben wir mit den Arbeiten begonnen, damit das Auerhuhn hier nicht gestört wird und müssen dann eben spätestens im Oktober hier oben die Arbeiten einstellen", erklärt Raddatz. Ohnehin könne man die Schäden nicht vollumfänglich beseitigen, die der Wassermangel verursacht hat. Doch man wolle es probieren - "so gut es eben geht."

EU fördert Moor-Renatuierung

Rund 75 Prozent der geplanten Kosten in Höhe von 8,7 Millionen Euro übernimmt die EU. Am Projekt "MooReKa" sind die Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, ForstBW und der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord beteiligt. Bis 2028 sollen alle Grabensperren errichtet werden.

Warum werden Moore renaturiert?

Moore helfen beim Klimaschutz, denn sie speichern CO2. Doch viele Moore wurden trockengelegt, nun werden sie renaturiert. Geografie ab 5. Klasse.

Frage trifft Antwort SWR Fernsehen

Die Rückkehr der Moore

In den vergangenen Jahrzehnten sind immer mehr Moorflächen verschwunden – artenreiche Lebensräume, die trockengelegt wurden für die Landwirtschaft oder um Torf abzubauen.

planet schule: Paradiese aus Menschenhand - Die Rückkehr der Moore WDR Fernsehen

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Naturschutz im Ferienlager Sommerferien mal anders: Jugendliche retten Moorgebiet in Fronreute

Statt Urlaub am Strand zu machen oder Sightseeing in Paris, setzen sich Schülerinnen und Schüler für den Erhalt eines oberschwäbischen Moorgebiets ein. Im Naturschutz-Jugendzeltlager.

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