Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) baut ein neues Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz und wissenschaftliches Rechnen. Das Zentrum soll Forschenden, Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen in ganz Baden-Württemberg eine leistungsfähigere digitale Infrastruktur bieten und zugleich durch die Nutzung von Abwärme zum Klimaschutz beitragen.
"Bedarf an Rechenleistung und Effizienz gestiegen"
Nach Angaben des KIT steigt der Bedarf an Rechenleistung unter anderem für medizinische Forschung, moderne KI-Anwendungen und die Entwicklung umweltschonender Energiesysteme. Gleichzeitig wachse der Anspruch an einen energieeffizienten Betrieb von Rechenzentren. Mit dem Neubau will das KIT diese Anforderungen verbinden.
"Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehören für uns zusammen", sagt Kora Kristof, Vizepräsidentin Digitalisierung und Nachhaltigkeit des KIT. Mit dem neuen Rechenzentrum entstehe die Grundlage für Forschung und KI-Anwendungen der Zukunft. Zudem solle die entstehende Abwärme genutzt werden, um Gebäude auf dem Campus zu beheizen und den Betrieb nachhaltiger zu gestalten.
KIT-Rechenzentrum entsteht auf dem Campus Nord
Das Rechenzentrum entsteht nahe dem Blockheizkraftwerk auf dem Campus Nord des KIT. Die bei den Rechnern entstehende Wärme soll über Wärmepumpen in das Wärmenetz des Campus eingespeist werden. Nach Angaben des KIT könnte das Rechenzentrum künftig einen großen Teil des Wärmebedarfs der Gebäude decken und so den Einsatz fossiler Energieträger reduzieren.
Laut dem KIT würden am Tag verstärkt Kapazitäten für KI-Anwendungen bereitgestellt, nachts solle dieselbe Infrastruktur für rechenintensive Simulationen genutzt werden. So sollten ungenutzte Kapazitäten vermieden werden.
Bauarbeiten sollen "schnellstmöglich" beginnen
Die Bauarbeiten sollen bis spätestens Ende 2029 abgeschlossen sein. Die ersten Rechner sollen 2030 in Betrieb gehen. Sie sollen bestehende Systeme des KIT ersetzen und zusätzliche Kapazitäten für datenintensive Forschung schaffen.
Bund und Land Baden-Württemberg fördern das Vorhaben mit 24 Millionen Euro.