In Karlsruhe entsteht ein Zentrum für Drohnen und Drohnenabwehr, das Innovations- und Transferzentrum Drohnen und Drohnenabwehr, kurz IZEDD. Die Wissenschaftler forschen an verschiedenen Stationen. Im Zentrum steht immer die Drohne. Wie fliegt sie am besten? Wie viel Kraft steckt hinter so einer Drohne? Wie kann sie kostengünstig, aber dennoch qualitativ hochwertig produziert werden.
Drohnenzentrum: Was forschen die Wissenschaftler in Karlsruhe?
Die drei beteiligten Forschungseinrichtungen haben unterschiedliche Aufgaben bei der Drohnenforschung. Während sich die beiden Fraunhofer-Einrichtungen verstärkt auf Sensorik, Künstliche Intelligenz und Flugsimulationen konzentrieren, hat das KIT eine andere Aufgabe. Deren Institut für Produktionstechnik (wbk) fokussiert sich auf die Technologie hinter der Drohne und stellt verschiedene Bauteile her.
Die Wissenschaftler unterziehen die Drohnen verschiedenen Tests, von einem Flugsimulator über ein eigenes Flugfeld bis hin zu einem Schwenkprüfstand, auf dem die Drohne bewegt und durchgerüttelt wird. "Man könnte es auch als Stresstest bezeichnen", sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Simon Dillmann vom Fraunhofer ICT.
Forschungsfabrik in Karlsruhe: Drohnen im Belastungstest
An einer anderen Station sind die Drohnen in Aktion. Matthias Kollmann und sein Team prüfen die Drohnen auf dem Testfeld. Zielgenau steuern die Flugobjekte durch einen Parcours. Erst geben die Forscher auf dem PC eine Route vor, diese fliegt die Drohne dann ab - alles vollautomatisiert. Das sei nicht üblich, so Kollmann.
Autonome Drohnen sind keine Standard-Artikel, die man so kaufen kann. Es muss immer technisch angepasst und modifiziert werden.
Ein paar Meter weiter geht es der Drohne richtig an den Kragen. Sascha Ott vom KIT und seine Kollegen testen die Belastungsfähigkeit der Drohne. Sie wird auf einem Gestell festgeschnürt und versucht abzuheben - das geht allerdings nicht.
Mit welcher Zugkraft versucht die Drohne abzuheben? Das sei wichtig für Einsätze in Gebieten mit widrigen Bedingungen, erklärt Ott. Die Drohne könne sogar darauf eingestellt werden, ob ein erfahrener oder ein unerfahrener Pilot die Drohne steuere, sagt der Geschäftsführer des KIT-Zentrum Mobilitätssysteme.
Institutsleiter glaubt an Großserie bei Drohnen und lobt Ukraine
Gemeinsam wollen die Forschungseinrichtungen vom Fraunhofer-Institut und vom KIT ein Netzwerk schaffen, um sowohl die Institute als Entwickler sowie die späteren Nutzer der Drohnen zusammenzubringen, so Frank Henning, Institutsleiter des Fraunhofer ICT.
Frank Henning blickt in die Zukunft und glaubt: "Wir können beschleunigt in die Großserie gehen." Respekt zollt er außerdem den Ukrainern. In Sachen Schnelligkeit und Bedarfskalkulation seien die Osteuropäer deutlich besser als der Rest der Welt. Trotzdem sehe er Deutschland und den Technologiestandort Karlsruhe gut aufgestellt.
Es ist jetzt nicht die Frage, wer kann es besser, sondern ich glaube, dass wir miteinander sehr schnell einen großen Beitrag für die Sicherheit Deutschlands und auch die Sicherheit von Europa leisten können.
Baden-Württemberg gibt Drohnenzentrum eine Finanzspritze
Das Drohnenzentrum IZEDD möchte diese Kompetenzen noch enger verzahnen und die Beteiligten dauerhaft zusammenbringen. Das Land unterstützt das Drohnenzentrum mit rund 300.000 Euro. Man wolle die Sicherheits- und Verteidigungsbranche und die Entwicklung innovativer Produkte in Baden-Württemberg gezielt vorantreiben, so Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.