Vom Pausenhof der Johann-Friedrich-Mayer-Schule in Kupferzell (Hohenlohekreis) bietet sich derzeit ein ungewohntes Bild: Stacheldraht, mit Planen verhängte Bauzäune und bewaffnete Soldaten prägen das Gelände direkt neben der Schule. Dort hat die Bundeswehr für das Truppenmanöver "Badischer Sturm" ein Lager eingerichtet. In und um Kupferzell sind aktuell rund 500 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.
Bundeswehrübung "Badischer Sturm" Panzer und Platzpatronen: Fünf Tage Ausnahmezustand in Kupferzell
In Kupferzell startet am Samstag die Bundeswehrübung "Badischer Sturm". Bürgerinnen und Bürger müssen sich auf Militärfahrzeuge, Soldaten und zeitweise sogar Schüsse einstellen.
Schüler erleben Manöver aus nächster Nähe
"Wir haben die Kinder und Eltern darauf vorbereitet, dass diese Übung hier stattfinden wird“, sagte der Rektor der Gesamtschule, dem SWR. Schwierigkeiten habe es bislang keine gegeben. Die Schülerinnen und Schüler reagieren überwiegend interessiert und verfolgen das Geschehen in den Pausen neugierig, so der Schulleiter.
Zwar habe die Schulleitung zunächst Bedenken gehabt, da die Schule auch von Kindern aus der Ukraine besucht wird. Die Lehrkräfte haben das Manöver in den Klassen jedoch eingeordnet und Fragen der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen.
Social Media zeigt oft mehr belastende Inhalte
Man müsse die Kinder gezielt drauf vorbereiten und das mit ihnen besprechen. "Ich denke, dass die Kinder auf Social Media noch mehr belastende Dinge sehen. Da redet keiner mit ihnen drüber. Deswegen sei es ganz gut, wenn so die Lehrerinnen und Lehrer ein bisschen positiv drauf eingehen können, und erklären können, was die hier machen", berichtete der Rektor.
Keine kritischen Stimmen von Seiten der Eltern
Zunächst sei die Nachricht, dass die Bundeswehr ihr Lager direkt neben der Schule aufschlägt, durchaus überraschend gewesen, berichtete die Elternbeiratsvorsitzende Manuela Schulz. Als die Bundeswehr am Sonntagnachmittag die Turnhalle bezog und das Lager einrichtete, hätten sich einige besorgte Eltern bei ihr gemeldet. Vor allem der Schulweg der Kinder habe Fragen aufgeworfen.
Gemeinsam mit den Verantwortlichen sei jedoch schnell eine Lösung gefunden worden, sodass die Schülerinnen und Schüler ihren Schulweg problemlos zurücklegen konnten. Danach habe es keine weiteren Beschwerden oder negativen Rückmeldungen gegeben, so die Elternbeiratsvorsitzende.
Truppenübung dauert bis Mittwoch
Spätestens am Mittwochmittag endet der Einsatz der Bundeswehr in Kupferzell. Bis dahin prägen Soldaten und Militärfahrzeuge das Ortsbild. Nach Angaben der Bundeswehr üben die Soldatinnen und Soldaten auch gemeinsam mit zivilen Partnern, darunter internationale Chemieunternehmen. Ziel ist es, auf außergewöhnliche Gefahrenlagen und seltene Einsatzszenarien vorbereitet zu sein.