Die Gemeinde Kupferzell (Hohenlohekreis) wird ab Samstag bis Mittwoch zum Schauplatz einer Bundeswehrübung. Im Rahmen des Manövers "Badischer Sturm" verlegt das ABC-Abwehrregiment 750 "Baden" eine Kompanie mit rund 500 Soldaten in die Hohenloher Gemeinde. Für die Bevölkerung bedeutet das vor allem eines: Militärfahrzeuge auf öffentlichen Straßen und Wegen, Soldaten in Tarnuniform und möglicherweise könnte es auch lauter knallen.
Schüsse in Kupferzell? Reine Übungsmunition
Angst müsse allerdings niemand haben - geschossen werde nur zu Übungszwecken, sagte Bürgermeister Christoph Spieles (CDU) im SWR-Interview. Die Polizei müsse auf jeden Fall nicht gerufen werden.
Es wird mit Sicherheit nichts passieren, wenn man aus Sicherheitsgründen dennoch mal die Polizei anfragt, weil man Schüsse gehört hat.
Dennoch rät die Gemeinde, auch wenn es sich nur um Platzpatronen handelt, Abstand zu halten und nicht zu versuchen, sich das Geschehen aus der Nähe anzuschauen. Hintergrund der simulierten Schusswechsel sind Rollenspiele in abgegrenzten Übungsbereichen wie beispielsweise im Wald; und zwar zwischen Soldaten und möglicherweise zivil gekleideten Menschen. Die seien aber zumindest durch auffällige Armbinden gekennzeichnet, heißt es.
Militärfahrzeuge und Soldaten auf den Straßen - Bundeswehr nutzt private Grundstücke
Nach Angaben der Bundeswehr müssen auch Autofahrerinnen und Autofahrer während der Übung mit gepanzerten Kolonnen rechnen. Diese genießen im Straßenverkehr Sonderrechte und dürfen sogar rote Ampeln passieren. Hier gilt es also, aufmerksam zu sein und die Augen offen zu halten.
Möglich ist auch, dass die Bundeswehr um die Nutzung von privaten Gebäuden und Grundstücken bittet. Nach Angaben von Bürgermeister Spieles soll dies jedoch ausschließlich nach vorheriger Zustimmung der Eigentümer erfolgen. Im Fokus der Bundeswehr stünden aber vor allem größerer Anwesen oder Höfe, weniger das "normale Einfamilienhaus", so Spieles.
Laut Bundeswehr trainieren die Kräfte darüber hinaus gemeinsam mit zivilen Kooperationspartnern, darunter internationale Chemiekonzerne. Ziel sei es, auch auf seltene Szenarien und besondere Gefahrenlagen vorbereitet zu sein.
Schäden in Kupferzell entdeckt? Einfach Formular downloaden
Spätestens am Mittwochmittag sollen die Soldaten wieder abrücken. Bis dahin gehören in Kupferzell möglicherweise Bilder zum Alltag, die man sonst eher von Truppenübungsplätzen kennt. Sollte die Bundeswehr bei ihrem Gastspiel ungewollte Spuren in Form von Schäden hinterlassen, dürfen die gerne gemeldet werden, so die Gemeinde. Das notwendige Erstattungsformular gibt es auf der Kupferzeller Internetseite.