SLK-Kliniken bezeichnen KI-Studie als "verantwortungslos und reißerisch"

Hunderte demonstrieren in Löwenstein: Widerstand gegen Schließung der Lungenfachklinik

In Löwenstein haben hunderte Menschen gegen eine geplante Schließung der Lungenfachklinik protestiert. Der Klinikbetreiber kritisiert die Stadt scharf für eine KI-Studie.

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Von Autor/in Luca Bauer

In Löwenstein (Kreis Heilbronn) haben am Dienstagnachmittag rund 500 Menschen für den Erhalt der Lungenfachklinik demonstriert. Aufgerufen zu der Demo hatten die Stadt und die Gewerkschaft ver.di. Hintergrund ist, dass die Fachklinik geschlossen werden soll und die medizinischen Abteilungen bis 2029 nach Heilbronn und Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn) verlegt werden sollen. Nach einer Studie der Stadt, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurde, gibt es nun scharfe Kritik des Klinikbetreibers.

Löwenstein

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Die SLK-Klinik in Löwenstein steht vor einer möglichen Schließung. Es seien weitreichende Umstrukturierungen geplant, vor allem aus medizinischen und wirtschaftlichen Gründen.

KI-Studie zur SLK-Klinik Löwenstein wird kritisiert

Am Montag hatte die Stadt eine mit Künstlicher Intelligenz erstellte Studie vorgelegt, wonach die Schließung vor allem finanzielle Nachteile bringen soll. Am Dienstag haben die Heilbronner SLK-Kliniken, die Studie verurteilt und als reißerisch und verantwortungslos bezeichnet. Die KI sei bewusst falsch gefüttert worden.

So hieß es in der Studie, dass die Krankenhausreform noch nicht endgültig festgelegt sei. Allerdings ist die Reform bereits im April in Kraft getreten. In der Studie würden Fakten ignoriert werden und sie sei wissenschaftlich intransparent.

Gegen die geplante Schließung der SLK-Klinik Löwenstein haben am Dienstag mehrere hundert Menschen demonstriert.
Gegen die geplante Schließung der SLK-Klinik Löwenstein haben am Dienstag mehrere hundert Menschen demonstriert.

KI errechnet Kaufkraftverluste für ganze Region

Die Studie hatte errechnet, dass es für Mitarbeitende pro Jahr private Zusatzkosten von bis 9.530 Euro geben könnte. Gleichzeitig würden durch Mitarbeiter- und Patientenabgänge im Schnitt 3,39 Millionen Euro pro Jahr an Kaufkraft in der Region verloren gehen. Zudem stellt sie infrage, ob sich ein Ausbau in Bad Friedrichshall, der zwischen 23 und 35 Millionen Euro kosten könnte, wirtschaftlich lohnt.

Sollte die Lungenfachklinik schließen, müsste unter anderem die Belegschaft weiter fahren und das Klinikum am Plattenwald in Bad Friedrichshall müsste mit Steuergeldern ausgebaut werden, heißt es in der Studie. Möglicherweise hätte die Klinikgesellschaft selbst einen Vorteil, wenn der Standort Löwenstein schließt. Doch für die Beschäftigten, die Stadtverwaltung und für den Landkreis Heilbronn entstünden Nachteile.

Für Zahlen und Daten listet der Bericht Quellen auf. Die Anweisungen für die KI sind aber nicht nachvollziehbar. Gleichzeitig wird für Wahrheit und Vollständigkeit keine Haftung übernommen.

Bürger in Löwenstein sehen Schließung kritisch

Unter den Bürgerinnen und Bürgern in Löwenstein wird die geplante Schließung kritisch gesehen. "Der Ruf der Klinik ist einzigartig, vor allem hier in Baden-Württemberg. Es gibt, glaube ich, nur drei Kliniken, die das anbieten", sagte Jürgen Baumanns aus Löwenstein dem SWR. Daniela Demuth ist der Meinung, dass Know-how verloren geht, wenn die Arbeit auf andere Kliniken verteilt werde.

Ich bin mal gespannt, ob uns da ein paar Schüler wegfallen. Wenn die Familien wegziehen müssen, weil ihnen der Weg zu weit ist zur neuen Arbeitsstelle, dann wird es auch da ein paar Veränderungen geben.

Mehrere Faktoren für geplante Schließung ausschlaggebend

Bereits seit Jahren ist bekannt, dass es bei der Fachklinik einen hohen Sanierungsbedarf gibt. Dazu kommen nun laut den SLK-Klinken steigende wirtschaftliche Belastungen und neue gesetzliche Rahmenbedingungen durch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das am 1. Januar 2025 in Kraft getreten ist. Es brauche effizientere Strukturen und eine bessere Versorgung, heißt es. Voraussichtlich am 27. Juli möchten Stadt und Kreis Heilbronn als Gesellschafter über die Schließungspläne entscheiden.

SLK-Klinik Löwenstein mit langer Tradition

Die Klinik in Löwenstein wurde 1960 als Sanatorium für Tuberkulosekranke gegründet. Mitte der 1970er wurde die Klinik durch den Rückgang von Tuberkulose zum Fachkrankenhaus für Lungen- und Bronchialheilkunde umstrukturiert. Später wurde es auch ein Zentrum für Pneumologie, Thorax- und Gefäßchirurgie. Im Jahr 2007 wurde die Klinik eine Tochtergesellschaft der SLK-Kliniken Heilbronn.

Nachdem die geplante Schließung bekannt wurde, hatten sich über 20.000 Menschen bei einer Petition für den Erhalt stark gemacht. Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehörten auch viele ehemalige Patientinnen und Patienten, die ihre Genesung der Klinik zuschreiben. "Ohne die super Behandlung in Löwenstein wäre ich heute nicht mehr am Leben!", berichtet zum Beispiel Erwin aus Herrenberg (Kreis Böblingen).

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Luca Bauer
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