Rund sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 58-Jährigen in Schöntal-Westernhausen (Hohenlohekreis), hat am Montagvormittag der Prozess gegen ihren Schwiegersohn begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Heimtücke vor. Der Angeklagte selbst wollte sich am Montag nicht zu den Vorwürfen äußern.
Mord, weil seine Ehe in die Brüche ging?
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann seiner Schwiegermutter am Tattag im Dunkeln aufgelauert haben, als sie zu einem Spaziergang aufbrechen wollte. Hintergrund der Tat soll unter anderem die gescheiterte Ehe des Angeklagten gewesen sein. Dafür sah er seine Schwiegermutter verantwortlich, so die Anklage. Gegenüber einem Gutachter hat der Angeklagte erzählt, sie hätte dem Jugendamt Lügen über ihn erzählt.
Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann am Tag des Scheidungstermins mehrfach mit der Stange eines Wagenhebers auf den Kopf seiner Schwiegermutter eingeschlagen haben. Die Frau starb trotz notfallmedizinischer Versorgung noch am Einsatzort. Die Staatsanwaltschaft geht deshalb von einem Mord aus Heimtücke aus. Der Angeklagte schwieg zum Prozessauftakt zu den Vorwüfen. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde offenbar noch nicht gefunden.
Schwiegermutter ermordet? Urteil Anfang September erwartet
Für den Prozess sind zunächst elf Verhandlungstage bis Anfang September angesetzt. Nach Angaben des Gerichts sollen insgesamt 62 Zeugen vernommen werden. Auch der Schwiegervater des Angeklagten wird als Zeuge aussagen. Ein Urteil wird Anfang September erwartet. Der Angeklagte sitzt seit seiner Festnahme im Januar in Untersuchungshaft.