In Werbach (Main-Tauber-Kreis) haben Unbekannte offenbar rücksichtslos Altöl entsorgt - ein Kanister landete im Altmetallcontainer der Gemeinde und platzte beim Entleeren. Feuerwehr und Polizei mussten anrücken, um die Verunreinigung zu beseitigen. Doch der Fall ist kein Einzelfall: Immer wieder kommt es in Heilbronn-Franken zu illegalen Entsorgungen. Erst im Sommer wurden bei Untergruppenbach (Kreis Heilbronn) über 100 Fässer mit Glycerin im Wald entdeckt, in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) lagen Schlachtabfälle am Waldrand, und in Heilbronn häuft sich wilder Müll an.
Öl läuft aus - Polizei ermittelt wegen Umweltverschmutzung
Nach Polizeiangaben wurde der Ölkanister zwischen dem 8. und 15. Oktober in Werbach in einem Altmetallcontainer abgelegt. Beim Entleeren platzte der Behälter - und der Vorplatz und das Altmetall wurden durch das Öl verunreinigt. Die freiwillige Feuerwehr Werbach war mit vier Einsatzkräften im Einsatz und streute die Fläche mit Bindemittel ab.
Die Polizei ermittelt nun wegen Umweltverschmutzung und sucht Zeugen, die im genannten Zeitraum verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise nimmt der Arbeitsbereich Umwelt der Heilbronner Polizei entgegen.
100 Fässer Glycerin im Wald bei Untergruppenbach
Erst im Juni wurden im Kreis Heilbronn über 100 Fässer mit Glycerin illegal in einen Wald bei Untergruppenbach gekippt. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter den Sondermüll direkt aus einem Fahrzeug einen Abhang hinuntergeworfen haben. Kein Einzelfall: Im vergangenen Jahr wurden in einem Wald bei Heilbronn 60 Fässer Glycerin entsorgt. Glycerin kann in größeren Mengen Boden und Gewässer gefährden.
Schlachtabfälle in Wertheim - Veterinäramt warnt
In Wertheim fanden Spaziergänger im Frühjahr an einem Waldrand tierische Überreste, darunter ein Wildschweinskelett und Innereien. Bereits im vergangenen Jahr wurden an derselben Stelle tierische Abfälle illegal entsorgt. Das Veterinäramt warnt, dass solche Entsorgungen Tierseuchen, wie beispielsweise die Afrikanische Schweinepest oder die für Hunde tödliche Aujeszkysche Krankheit, verbreiten können.
Wilder Müll in Heilbronn: über 200 Tonnen im Jahr
Auch in Heilbronn nimmt die illegale Müllentsorgung seit Jahren deutlich zu. Vor allem an Standorten von Glas- oder Kleidercontainern sowie in Parks, im Wald und an Straßen wird Müll abgelegt. Die Stadt ließ im vergangenen Jahr mehr als 200 Tonnen wilden Müll beseitigen - von Sperrmüll über Autoreifen bis hin zu Elektrogeräten. Die Entsorgung kostet die Stadt rund 150.000 Euro pro Jahr. Mit zusätzlichen Ordnungskräften will die Stadt künftig stärker gegen Müllsünder vorgehen.