Auf der Bahnstrecke Heilbronn-Würzburg sorgen momentan viele Zugausfälle für großen Unmut. Zwar fahren Schienenersatzbusse, aber viele Reisende brauchen deutlich länger oder stranden sogar über Nacht am Bahnhof in Lauda-Königshofen (Main-Tauber-Kreis). Für Daniel Perron wurde das traurige Wirklichkeit, "weil nichts mehr ging". Völlig erschöpft hat er erst am Mittag seine Fahrt nach Michelbach an der Heide (Kreis Schwäbisch Hall) fortgesetzt. Tags zuvor war er im hessischen Erbach gestartet.
Mit Campinggepäck in Lauda am Bahngleis
Perron kam abends am Bahnhof in Lauda an. Es waren keine Schilder auf dem Bahnsteig und es fuhren keine Züge und Busse mehr, berichtet er. "Ich musste dann mit meinem Campinggepäck hier auf einer Baustelle nächtigen, es war eine Horrornacht", so Perron. "Es hat alles nicht geklappt, weil alle Züge Verspätung hatten, dann hat man den Anschluss nicht bekommen. Es war eine Kettenreaktion", berichtet er weiter.
Andere Fahrgäste schildern ähnliche Probleme. "Beschissen geht's mir", sagt ein Mann, der aus Igersheim (Main-Tauber-Kreis) angereist ist und weiter nach Würzburg will. Drei Züge und drei Busse würden ausfallen, jetzt fahre er unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Ähnlich geht es einem Schwestern-Paar aus Boxberg (Main-Tauber-Kreis). "Statt Würzburg schauen wir uns jetzt Lauda an und fahren dann wieder zurück."
Zustände sorgen für Kopfschütteln
Seit Tagen fallen durch Bauarbeiten auf der Tauberbahn und der Frankenbahn nahezu alle Züge aus. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet, aber auch damit gebe es Schwierigkeiten, sagt eine Frau. Immer wieder kommen Reisende mit Koffer, Rucksack oder Fahrrad an den Zentralen Omnibusbahnhof, schauen verzweifelt aufs Handy und die Anzeigetafeln.
Für Marcus Wessels, Bürgermeister von Wittighausen (Main-Tauber-Kreis) ist eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Gemeinde liegt direkt an der Bahnlinie Würzburg-Lauda. Die Zustände auf der Frankenbahn quittiert er mit Kopfschütteln und Kritik. Erst nach mehreren Anrufen bei der Bahn seien morgens mehr Busse im Schienenersatzverkehr gefahren, "so dass man Schüler nicht mehr stapeln musste." Grundsätzlich begrüße er Investitionen auf der Bahnstrecke, frage sich aber, warum Bauarbeiten nicht besser koordiniert werden können.