Der Jahreswechsel wirft seine Schatten voraus - und die ersten Knaller gleich mit. Am Montag beginnt bundesweit der Verkauf von Feuerwerkskörpern für Silvester. Für viele gehört der Kauf von Böllern genauso dazu wie Raclette und Bleigießen. Beim Hersteller Zink in Cleebronn (Kreis Heilbronn) ist das seit Jahren deutlich zu spüren: In den vergangenen Verkaufsstarts standen Kundinnen und Kunden schon vor Ladenöffnung an - so auch 2025.
Großer Andrang zum Verkaufsstart bei Zink - trotz neuer Regeln
Auch in diesem Jahr rechnete das Traditionsunternehmen mit großem Andrang. Und tatsächlich wurde die Schlange schon am frühen Morgen immer länger und länger. Am Montagmorgen um 7 Uhr standen die Kundinnen und Kunden bei minus sechs Grad vor dem Werkstor in Cleebronn bereit. Wer früh kommt, sichert sich eben die besten Produkte.
Wie viel am Ende ausgegeben wird, bleibt offen: Zwar haben sich manche ein Budget gesetzt, in den Vorjahren wurde es jedoch nicht selten überschritten. Ein Stammkunde ist eigens aus Landau (Rheinland-Pfalz) angereist. Er ist seit den frühen Morgenstunden unterwegs, berichtet er. Für ihn sei der Verkaufsstart bei Zink jedes Jahr "wie im Schlaraffenland".
"Es geht einfach um ein paar schöne Raketen und dass man da einfach an Silvester schöne Effekte hat."
Manche greifen tief in die Tasche: Dreistellige Summen sind keine Seltenheit. Ein Kunde erzählt, er habe rund 1.000 Euro ausgegeben.
Knaller-Verbot in Heilbronn
Trotz Debatten, Verboten und Einschränkungen sei die Nachfrage ungebrochen, heißt es vom Unternehmen. So sind in Heilbronn erstmals im gesamten Stadtgebiet Böller verboten, also Feuerwerkskörper, die ausschließlich einen lauten Knall erzeugen. Raketen, Fontänen und andere visuelle Effekte bleiben erlaubt. Die Stadt reagiert damit auf Beschwerden über Lärmbelästigung.
Die neuen Einschränkungen in einigen Städten sieht man beim Hersteller Zink entspannt. "Die betroffenen Gegenstände produzieren wir gar nicht für Verbraucher", sagt Oliver Vielhauer, Entwickler bei Zink Feuerwerk. Die eigenen Produkte seien vom Verbot nicht betroffen. Lediglich zugekaufte Handelsware könnte unter die Regelung fallen.
Strenger sind die Regelungen in anderen Städten der Region Heilbronn-Franken: In den historischen Stadtkernen von Schwäbisch Hall und Wertheim (Main-Tauber-Kreis) ist das Zünden von Feuerwerk komplett untersagt - sowohl Böller als auch Raketen. Hintergrund ist die erhöhte Brandgefahr in dicht bebauten Altstadtbereichen.
Feuerwerk aus Cleebronn: Neue Produkte zum Jubiläum
Für viele Kundinnen und Kunden bedeutet das, sich beim Kauf stärker mit den lokalen Vorgaben auseinanderzusetzen - und bewusster auszuwählen. Dem Kaufinteresse tun die neuen Regeln aber wohl keinen Abbruch: Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) erwartet sogar ein Plus: Zehn bis 15 Prozent mehr Ware soll im Vergleich zum Vorjahr im Handel landen. 2024 setzte die Branche nach eigenen Angaben rund 197 Millionen Euro um, nach 180 Millionen Euro im Jahr zuvor.
Das Unternehmen Zink produziert seit über 75 Jahren in Cleebronn Feuerwerkskörper - vom Großfeuerwerk bis zur privaten Silvesterrakete. Zum Jubiläum im vergangenen Jahr hat Zink eine besondere Rakete aufgelegt, die auch in dieser Saison erhältlich ist: eine komplett weiße Jubiläumsrakete. Rund 30.000 Stück wurden davon produziert. Neu im Sortiment sind außerdem "Feen-Staub" und "Elfenzauber" - Effekte, die sich gezielt an Kinder richten und ohne lauten Knall auskommen.