Wilderer haben wieder in Italien zugeschlagen. Dort töteten sie Mitte Oktober zwei Waldrappe vom Bodensee. Einer davon war ein Urgestein der Überlinger Kolonie. Der Tod der beiden Vögel sei ein schmerzlicher Verlust, so Johannes Fritz vom Waldrappteam.
Zoppo - ein Urgestein der Überlinger Waldrappe
Zoppo, so hieß der ältere der beiden abgeschossenen Waldrappe, war einer der ersten Vögel, die 2017 in Überlingen (Bodenseekreis) geschlüpft sind. Dort lernte er mit seinen Artgenossen, einem Ultraleichtflugzeug hinterherzufliegen. So gelangten sie in ihr Winterquartier bei Orbetello in der Toskana. Drei Jahre später kehrte er als geschlechtsreifer Vogel zurück. Zoppo gehörte auch zu den Waldrappen, die an eine Felswand bei Überlingen umgesiedelt wurden - mit Erfolg.
Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Zoppo war mit einem Jungvogel unterwegs, der erst in diesem Jahr in der Felswand bei Überlingen geschlüpft war. Das Waldrappteam verständigte sofort die Polizei und die Naturschutzbehörden in Italien. Diese machten einen Verdächtigen ausfindig. Bei diesem konnten Waffen, die Sender der Tiere und weitere Beweismittel beschlagnahmt werden, teilte das Waldrappteam mit. Dem Tatverdächtigen drohen nun mehrere Verfahren wegen Wildtierkriminalität.
Es ist nicht der erste Fall von Jagdwilderei in Italien. Immer wieder wurden in der Vergangenheit dort Waldrappe getötet.
Rund ein Drittel der Verluste in Italien ist auf Wilderei zurückzuführen.