Ein erwachsener Vogel und zwei Jungvögel sind schon in ihrem Winterquartier bei Orbetello in der Toskana gelandet. Zwölf weitere Tiere sind vergangenen Mittwoch in Richtung Italien aufgebrochen. Sie halten sich derzeit aber noch in der Schweiz bei Domat/Ems (Kanton Graubünden) beziehungsweise rund um Zürich auf. Zwei weitere erwachsene Vögel sind vom Waldrappteam mit dem Auto nach Italien gebracht worden. Nur noch ein Jungwaldrapp befindet sich derzeit am Bodensee.
Giselbert als einziger Waldrapp noch am Bodensee
Der Jungvogel mit dem Namen Giselbert hält sich derzeit rund um Uhldingen-Mühlhofen auf. Dort hat er sich einem Schwarm Krähen angeschlossen. Den Anschluss an die anderen Waldrappe hat er wahrscheinlich verpasst, weil er sich eine Verletzung am Schnabel zugezogen hatte. "Das ist vor ein paar Wochen schon passiert. Der Schnabel ist aber inzwischen wieder verheilt, sodass er sich wieder selbstständig ernähren und zu Kräften kommen kann", sagt Anne-Gabriela Schmalstieg vom Waldrappteam.
Hoffnung auf Flug nach Andalusien
Unter den Vögeln, die in die Schweiz geflogen sind, befinden sich auch zwei Jungwaldrappe, die in diesem Frühjahr aus Andalusien nach Überlingen zurückgekehrt sind. Jetzt hofft das Waldrappteam, dass diese beiden auch andere Tiere mit nach Spanien nehmen. Den Tierschützern bleibt derzeit nichts anderes übrig, als die Lage zu beobachten und zu sehen, was die Vögel machen.
Trotzdem sei die frühe Migration bereits ein erster Erfolg, so Anne-Gabriela Schmalstieg vom Waldrappteam.
Im Endeffekt ist es großartig, dass die Jungvögel zwei Möglichkeiten haben, in ein Wintergebiet zu fliegen.