Ab dem Rutenfreitag (24.7.) wird in Ravensburg fünf Tage lang das Rutenfest gefeiert. Zum Auftakt übergibt Oberbürgermeister Daniel Rapp die Fahnen an die Trommlerkorps, anschließend wird um 18 Uhr auf dem Marienplatz angetrommelt. Außerdem wird am Freitag der Rummelplatz in der Nähe der Oberschwabenhalle eröffnet. Was Besucher zu Anreise, Programm, Preisen und Sicherheitsregeln wissen sollten - ein Überblick.
Programm-Höhepunkte: Bürgertreff, historischer Festzug und Adlerschießen
Zu den Höhepunkten gehören der Bürgertreff ("Froher Auftakt") am Samstagabend auf dem Marienplatz und der historische Festzug am Montagvormittag von der Innenstadt zur Kuppelnau. 4.500 Schülerinnen und Schüler werden dabei sein, dazu 1.000 Musikantinnen und Musikanten.
Mit dem Adlerschießen der Gymnasien auf dem Kuppelnauplatz am Dienstag und einem Feuerwerk in der Nacht endet das Fest. Das Rutenfest geht vermutlich auf Schulausflüge im Mittelalter zurück, bei denen Kinder Ruten für körperliche Strafen schneiden mussten.
In diesem Jahr fehlt ein bekanntes Gesicht beim Rutenfest: Dieter Graf, seit über 20 Jahren Chef der Rutenfestkommission, kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfeiern. Seine repräsentativen Aufgaben übernimmt Stellvertreter Heribert Boßlet.
Busse, Sonderzüge, Parkplätze: So kommen Besucher zum Rutenfest
Neu in diesem Jahr: Festbesucher, die von weiter herkommen, können erstmals im neuen Parkhaus des Ravensburger Pharmariesen Vetter parken. Von Freitag bis Dienstag stehen rund 800 der insgesamt 1.300 vorhandenen Stellplätze kostenlos zur Verfügung. Das Parkhaus liegt ebenfalls nahe der Oberschwabenhalle.
Anreisen kann man aber auch mit Bus und Bahn. Die Bodensee-Oberschwaben-Bahn (BOB) setzt in den Abend- und Nachtstunden wieder Sonderzüge zwischen Aulendorf, Ravensburg und Friedrichshafen ein, die größtenteils im Stundentakt verkehren. Und auch im Stadtbusverkehr gibt es Zusatzfahrten, die Festbesucher im Großraum Ravensburg nutzen können.
So sparen Besucher bei Bier und Wurst
Gefragt sind die Bier- und Wurstmarken der Rutenfestkommission, die viele Arbeitgeber an ihre Beschäftigten ausgeben. Damit gibt es Bier, alkoholfreie Getränke und eine Rutenwurst kostenlos. Neu ist: Die Marken sind im Gegensatz zu früher nur für das aktuelle Jahr gültig und nicht darüber hinaus. Zudem sind sie nicht mehr aus Aluminium. Dies schütze vor Fälschungen, so die Rutenfestkommission.
Ohne Marken wird es teuer: Die Maß Bier kostet 12,80 Euro und damit 20 Cent mehr als im vergangenen Jahr. Und auch die Fahrgeschäfte mit Riesenrad & Co. sowie Wurst, Steak oder Grill-Hähnchen werden nicht zum Spottpreis zu bekommen sein.
Wo gibt es das Rutenfestabzeichen?
Wer die Organisation des Rutenfests finanziell unterstützen will, kauft am besten ein Rutenfestabzeichen. Es zeigt jedes Jahr ein anderes historisches Gebäude der Stadt, dieses Jahr ist es das Alte Theater, das aus Kunststoff in Pralinengröße nachgebildet wurde.
Man bekommt das Abzeichen bei verschiedenen Vorverkaufsstellen und kann etwas gewinnen. Jedes Abzeichen hat eine eigene Nummer. Bei der Auslosung nach dem Fest winken viel Preise, darunter auch Autos, E-Bikes oder Roller. Beim "Frohen Auftakt" am Samstagabend gilt das Abzeichen zudem als Eintrittskarte. Ohne das Abzeichen kommt man nicht auf den abgesperrten Marienplatz.
Warum Konfettikanonen jetzt verboten sind
Keinen Spaß versteht die Stadt als Mitveranstalterin des Fests beim Einsatz von Konfettikanonen. Besucher des Festumzugs hatten sie im vergangenen Jahr eingesetzt und damit beinahe eine Katastrophe ausgelöst. Durch den Knall hatten sich einige Pferde im Festzug erschreckt, waren durchgegangen und schließlich gestürzt. Verletzt wurde niemand. Stürzen könnten Pferde aber auch, wenn sie auf den Alufolienschnipseln ausrutschen, so die Stadt.
Außerdem bittet sie darum, beim "Frohen Auftakt" auf dem Marienplatz am Samstagabend auf Rauchfackeln zu verzichten. Sie könnten schnell Rauchmelder angrenzender Gebäude aktivieren und so unnötige Feuerwehreinsätze auslösen.