Ein 47 Jahre alter Mann soll im Januar ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Überlingen (Bodenseekreis) gelegt haben. Vor dem Landgericht Konstanz war er unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt, wurde am Dienstag aber freigesprochen. Stattdessen muss der Mann in ein psychiatrisches Krankenhaus.
Gericht sieht Angeklagten als schuldunfähig an
Der Angeklagte war zu den Tatzeitpunkten schuldunfähig, heißt es in der Urteilsbegründung des Gerichts. Da aber weitere erhebliche Straftaten nicht ausgeschlossen werden könnten, sei er für die Allgemeinheit gefährlich. Darum ordnete das Gericht die Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik an.
Brandstiftung in Mehrfamilienhaus
Laut Anklage soll er nachts im Treppenhaus des Gebäudes in Überlingen mehrere Stufenmatten der Holztreppe mit brennbarer Flüssigkeit bespritzt und angezündet haben. Das Feuer habe sich auf den Fußmatten ausgebreitet, sei dann aber nach etwa eineinhalb Stunden von selbst erloschen.
Der 47-Jährige soll außerdem ein Kind in einer Bäckerei gepackt und zu Boden gerissen haben. Und ihm wird vorgeworfen, einen Jugendlichen mit Behinderung ins Gesicht geschlagen zu haben.
Angeklagter ist als "Autokratzer" bekannt
In Überlingen ist der Mann bereits als "Autokratzer" polizeibekannt. Er soll unter anderem 75 Autos zerkratzt haben. In dem damaligen Verfahren vor dem Landgericht Konstanz sprach das Gericht den Angeklagten aufgrund einer Psychose auf Bewährung frei. Es forderte bei Rückfall allerdings die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.