Nach dem schweren Unwetter in Radolfzell (Kreis Konstanz) organisiert die Stadt seit über einer Wochen eine kostenlose Sperrmüll-Abfuhr. Eigentlich gedacht für vom Regen beschädigten Hausrat, wird das Angebot von einigen Bürgerinnen und Bürgern missbraucht, bestätigt die Stadt gegenüber dem SWR. Zuerst hatte der Südkurier berichtet.
Rund 500 Tonnen Müll kostenlos abgeholt
Nach Angaben der Stadt wurden seit vergangener Woche rund 500 Tonnen Müll eingesammelt. Auch ein Wertstoffhof nahm drei Tage lang kostenfrei Müll entgegen. Aber noch immer steht Müll auf den Straßen, auch da, wo schon geräumt wurde: Matratzen, Teppiche, aber auch viel Plastik- und Metallmüll, der nicht vom Unwetter betroffen war. Selbst Ortsfremde hätten Müll an den Straßen abgeladen, so eine Sprecherin der Stadt.
Oberbürgermeister Simon Gröger enttäuscht von Missbrauch
"Es ist ärgerlich, weil es nicht solidarisch ist, mit den Personen, die wirklich betroffen sind und einen Teil ihres Hab und Guts verloren haben", so Radolfzells Oberbürgermeister Simon Gröger (parteilos). Er habe einen unbürokratischen Weg schaffen wollen, seinen Bürgerinnen und Bürgern nach dem Unwetter zu helfen. Dass das Angebot missbraucht werden könnte, damit habe er nicht gerechnet.
Aufwand der Müllentsorgung ist für Radolfzell groß
Der Aufwand für die Stadt ist groß: Seit acht Tagen fährt ein Entsorgungsunternehmen durch Radolfzell. Dadurch entstehen der Stadt voraussichtlich Kosten von mehr als 100.000 Euro.
Um weiteren Missbrauch zu verhindern, will die Stadtverwaltung jetzt die bereits geräumten Straßen fotografisch dokumentieren. Das kostenlose Abhol-Angebot gilt noch rund zwei Wochen. Personen, die ihren Müll weiter widerrechtlich abstellen, droht eine Anzeige.