Er hatte sich vielleicht einfach auf seine Bestellung gefreut - jetzt läuft ein Verfahren gegen ihn: Weil ein 18-Jähriger mit einem Schwert an einer Bushaltestelle hantiert hat, ist in Lahr (Ortenaukreis) die Polizei ausgerückt. Ein Zeuge hatte am Donnerstag den Notruf gewählt. Der Mann soll sich die Klinge unter anderem selbst an den Hals gehalten haben, wie eine Polizeisprecherin sagte.
Auf die Aufforderung der Beamten hin legte der 18-Jährige das Schwert ab und wurde vorläufig festgenommen. Doch der Hintergrund des kuriosen Auftritts war offenbar harmlos: Der junge Mann gab Polizistinnen und Polizisten gegenüber an, das Schwert im Rahmen einer sogenannten Cosplay-Sammlung bestellt zu haben. Er habe das Schwert aus Neugier aus der Verpackung genommen.
Verstoß gegen das Waffengesetz
Cosplay bezeichnet das originalgetreue Verkleiden als Figur aus Film, Comic, Anime oder Videospiel - inklusive Kostüm, Maske und Requisiten. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern "costume" (Kostüm) und "play" (Spiel/Rollenspiel) zusammen. Der junge Mann war jedoch ohne Verkleidung unterwegs.
Zu bedrohlichen Handlungen gegenüber Passanten sei es nicht gekommen, hieß es von der Polizei weiter. Der junge Mann kam mit auf die Polizeiwache, das Schwert sei sichergestellt worden. Bei genauerer Untersuchung des 60 Zentimeter langen Metallschwerts wurde festgestellt, dass die Klinge nicht geschärft war. Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde dennoch eingeleitet.