Zusammen statt jeder nur für sich: Der Deutsche Caritasverband mit Sitz in Freiburg hat wieder eine Jahreskampagne ausgerufen. In diesem Jahr steht das Miteinander der Generationen im Mittelpunkt. Symbolisch dafür stehen zwei Schuhe aus unterschiedlichen Lebensaltern.
Caritaspräsidentin: "Miteinander als gesellschaftliche Superkraft"
"Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen" - so lautet das Motto der Jahreskampagne 2026. Statt Spaltung setzt die Caritas auf mehr Zusammenhalt. In Projekten und Initiativen sollen Menschen unterschiedlicher Lebensalter gezielt zusammengeführt werden. "Wir machen die Realität des gelingenden Miteinanders von Alt und Jung als gesellschaftliche Superkraft sichtbar", sagte Caritaspräsidentin Eva Welskop-Deffaa. Schließlich seien die großen Herausforderungen nur im Miteinander und Füreinander der Generationen zu bewältigen.
Wir wagen die Gegen-Utopie gegen die populäre Rede der unvermeidlichen Spaltungen.
Pyramide aus Schuhen von Jung und Alt als Symbol
Die Kampagne wurde am Montag mit Veranstaltungen in Passau, Freiburg, Dortmund und Schwerin eröffnet. Zwei Schuhe unterschiedlicher Generationen auf rotem Schuhkarton stehen als Symbol für die Aktion. Im Laufe des Jahres sollen bundesweit 10.000 Schuhpaare auf zu Generationenpyramiden gestapelten roten Schuhkartons die Begegnungsorte der Caritas sichtbar machen.
"Wir leben in einer Zeit, in der oft gegeneinander gerechnet wird: Jung gegen Alt, wir gegen die", sagte Birgit Schaer, Diözesan-Caritasdirektorin in Freiburg bei der Vorstellung der Jahreskampagne in Schallstadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Daher brauche es wieder mehr Verständigung und ein Zusammenbringen der Generationen. Gleichzeitig betonte Schaer die Bedeutung von Generationengerechtigkeit bei Themen wie Bildung, Klima oder der Rente. "Keine Generation soll diese Lasten alleine tragen müssen", so Schaer. Politische Entscheidungsträger müssten das im Blick behalten.
Teestube: Miteinander der Generationen und Kulturen
Als Beispiel, wie das Miteinander verschiedener Generationen und auch Kulturen gelingen kann, wurde das Projekt der internationalen Frauenteestube in Schallstadt vorgestellt: Einmal pro Woche treffen sich geflüchtete Frauen mit einheimischen Frauen ganz unterschiedlichen Alters.
Sie tauschen sich aus, nähen, kochen oder machen gemeinsame Ausflüge. "Die Frauen sollen das Leben in Deutschland besser kennenlernen", sagt Lina Bayrouti, die seit 2017 die Teestube leitet und sagt: "Durch die Teestube haben viele Frauen Selbstbewusstsein gewonnen oder auch Arbeit gefunden."
Caritas will auf "vergessene Katastrophen" aufmerksam machen
Neben dem Appell für ein gelingendes Miteinander der Generationen stellte der Verband zum Start der Kampagne seine zentralen politischen Forderungen auf: Die Caritas fordert unter anderem eine Reform der Sozialversicherung und eine nachhaltige Klimapolitik. Außerdem will sie, dass Ehrenamtliche und Freiwilligendienste gestärkt werden.
Und auch die Krisen und humanitären Notlagen weltweit will die Caritas 2026 verstärkt in den Blick nehmen. "Es sind mehr Menschen als je zuvor auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hier gilt es zu handeln", sagte Oliver Müller, Vorstand von Caritas international. Ein besonderes Augenmerk gelte dabei den vergessenen Katastrophen. Als Beispiele nannte Müller die Situationen im Südsudan, im Ostkongo und im Süden von Bangladesch "im größten Flüchtlingscamp der Welt, der Rohinya".
Wir werden versuchen, genau diese vergessenen Katastrophen in den Mittelpunkt unserer Öffentlichkeitsarbeit zu stellen. Wir erleben immer wieder, dass es dann auch gelingt, Solidarität mit den Menschen dort zu generieren.
Caritasverband engagiert sich seit 1897
Der Deutsche Caritasverband engagiert sich seit über 125 Jahren für Menschen in Not. Mit bundesweit fast 740.000 Mitarbeitenden, über 500.000 ehrenamtlich Engagierten und rund 25.000 Einrichtungen und Diensten unterstützt die Caritas jährlich rund 13 Millionen Menschen.