In dieser Sammlung finden sich zahlreiche exklusive Aufnahmen - insbesondere Stasi-Mitschnitte von Prozessen in der DDR.
Schwerpunkte
Archivradio-Gespräch Menschenraub im Kalten Krieg
Bis zum Mauerbau 1961 ließ die Stasi in West-Deutschland Hunderte von Personen entführen: Regime-Gegner, abtrünnige SED-Funktionäre, Flüchtlinge, mutmaßliche Agenten.
1953 Die DDR am 17. Juni 1953
Der DDR-Volksaufstand 1953 wurde maßgeblich aufgeheizt durch Radioberichte des RIAS. Sie erzählen noch heute, wie diese Revolte verlief, bis sowjetische Panzer sie gewaltsam beendeten.
1961 Der Mauerbau
Um Mitternacht wird die Sektorengrenze abgeriegelt. Reporter berichten schon in den frühen Morgenstunden von den Bauarbeiten. Zu hören: Aufnahmen aus Ost und West – eingeordnet vom Historiker Dr. Stefan Wolle.
Zeugnisse einer Diktatur Tonaufnahmen der Stasi
Geheime und öffentliche Strafprozesse, Stasi-Schulungen, Telefonüberwachungen und Mielke-Reden: Tonaufnahmen, die nach der Wende auftauchten, erzählen die Geschichte der DDR neu.
1989 bis 1990 Das Ende der DDR
1989 bis 1990 | Von den Montagsdemonstrationen über die Öffnung der Mauer bis zur Wiedervereinigung.
Tonaufnahmen in chronologischer Reihenfolge
7.10.1949 Gründung der DDR
7.10.1949 | Am 7. Oktober 1949 wird aus der sowjetischen Besatzungszone die DDR. Dazu wird in der Ost-Berliner Wilhelmstraße die provisorische Volkskammer ins Leben gerufen, provisorisch, weil die Wahlen erst im Folgejahr stattfinden sollten. Wichtigster Redner an diesem Gründungstag der DDR ist Wilhelm Pieck. Er ist zusammen mit Otto Grotewohl Vorsitzender der SED und Präsident der Volkskammer. Vier Tage später wird er zum Präsidenten der DDR gewählt.
19./21.6.1948 Währungsreform: Einführung der D-Mark
19./21.6.1948 | Am 19.6.1948, zwei Tage vor der Umstellung von der Reichsmark auf die D-Mark, erklärt der Sprecher der Militärregierung den Bewohnern der Trizone, was auf sie zukommt.
29.6.1948 Luftbrücke nach West-Berlin
29.6.1948 | Auf die Einführung der D-Mark in den drei Westzonen und Westberlin reagierte sowjetische Militärregierung heftig. Sie beschloss eine unbefristete Blockade Westberlins. Die Stromversorgung wurde gekappt und der komplette Güter- und Personenverkehr in die Stadt. Um Westberlin zu versorgen, organisierte US-Militärgouverneur Lucius D. Clay die berühmte Luftbrücke. Die "Rosinenbomber" flogen bis Mai 1949.
9.9.1948 "Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!" – Ernst Reuters Rede vor dem Reichstag
9.9.1948 | September 1948: Seit drei Monaten wird West-Berlin von den Sowjets abgeriegelt. Moskau versuchte auf diese Weise, ganz Berlin unter seine Kontrolle zu bekommen. Die West-Alliierten versorgen daraufhin die Stadt über die sogenannte Luftbrücke.
Die West-Berliner sind entschlossen, sich nicht einnehmen zu lassen und demonstrieren ihren Willen am 9. September 1948 auf einer großen Kundgebung vor dem zerstörten Reichstagsgebäude.
350.000 Menschen sind gekommen, wichtigster Redner ist Berlins Bürgermeister Ernst Reuter. Seine Rede macht nicht nur den Berlinern Mut, sondern auch den Alliierten, die Luftbrücke aufrecht zu erhalten.
350.000 sind gekommen, wichtigster Redner ist Ernst Reuter – eigentlich gewählter Oberbürgermeister der Stadt, doch die Sowjets erkennen ihn in diesem Amt nicht an. Er spricht deshalb als einfacher Stadtradt. Seine Rede macht nicht nur den Berliner Mut, sondern auch den Alliierten, die Luftbrücke aufrecht zu erhalten.
12.5.1949 Ende der Berlin-Blockade: "Wohl die schönste Nacht in diesem Frühjahr"
12.5.1949 | Fast ein Jahr ist Westberlin abgeriegelt. Die sowjetischen Besatzungstruppen blockieren Straßen, Schienen und Wasserwege in die Stadt. Doch die Amerikaner versorgen die Bevölkerung mit den berühmten Rosinenbombern. Die Machtprobe beginnt im Juni 1948 und dauert bis zum Mai 1949. In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai heben die Sowjets die Blockade auf. Reporterinnen und Reporter berichten im Rundfunk von verschiedenen prominenten Punkten der Stadt aus, wie sich der Alltag langsam zu normalisieren scheint.
7.10.1949 Die DDR bekommt eine Verfassung
7.10.1949 | Als die provisorische Volkskammer der DDR am 7. Oktober 1949 ins Leben gerunfen wird, wird Johannes Dieckmann ihr Präsident. Seine wichtigste Aufgabe an diesem Tag ist es, die Abgeordneten über die neue Verfassung der DDR abstimmen zu lassen.
8.2.1950 DDR gründet "Stasi"
8.2.1950 | 5 Jahre nach dem Krieg schafft die DDR ein "Ministerium für Staatssicherheit". Das beschließt die provisorische Volkskammer am 8. Februar 1950. DDR-Innenminister Karl Steinhoff begründet die Gründung der – wie sie bald heißen wird – Stasi mit vorausgegangenen Sabotageakten gegen volkseigene Betriebe.
Juli 1950 DDR-Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Gießen
Juli 1950 | Schon vor der Gründung der DDR waren tausende Bürger aus der sowjetischen Besatzungszone in den Westen geflohen. Und das setzte sich auch nach 1949 fort. In der Bundesrepublik entstanden sogenannte Grenzdurchgangslager; eins davon im hessischen Gießen. Von dort stammt diese Reportage aus dem Juli 1950.
10.8.1950 Staatsakt zum ersten Fünfjahresplan der DDR
10.8.1950 | Ein knappes Jahr nach Gründung der DDR gibt es den ersten Fünfjahresplan zur Entwicklung der Volkswirtschaft. Dafür findet ein feierlicher Staatsakt statt, auf dem dieser Plan offiziell der provisorischen Regierung überreicht wird, und zwar von Walter Ulbricht, der zwei Monate zuvor zum Generalsekretär des Zentralkomitees der SED gewählt worden war. Der Staatsakt für den Fünfjahrplan wird live im Radio der DDR übertragen.
13.10.1950 Erste DDR-Wahlen: Ansprache von SPD-Chef Kurt Schumacher
13.10.1950 | Am 15. Oktober 1950 – mehr als ein Jahr nach der Gründung der DDR – finden die ersten Wahlen zur Volkskammer statt. In der Bundesrepublik gelten sie als Farce. Das ist auch die Sicht von Kurt Schumacher, Vorsitzender der SPD und Oppositionsführer im Bonner Bundestag. Entsprechend harsch ist seine Ansprache zwei Tage vor den Volkskammer-Wahlen.
18.11.1950 Grenzübergang Helmstedt kurz nach DDR-Gründung
18.11.1950 | Mit der Gründung der zwei deutschen Staaten 1949 wird auch die Grenze immer sichtbarer, immer besser kontrolliert, auch wenn es noch keine Mauer gibt. Der Grenzübergang bei Helmstedt auf der Autobahn zwischen Hannover und Berlin wird für Transitreisende zu einem Ort, bei dem man froh ist, wenn man ihn hinter sich gelassen hat. Am 18.11.1950 schildert Reporter Markus Joachim Tidick die Situation dort.
September 1953 Der Otto-Fleischer-Prozess 1953
Ein Schauprozess in der DDR. Angeklagt: Otto Fleischer, Professor für Bergbau in Sachsen und sieben weitere Bergbauingenieure. Die Stasi nahm den Prozess auf.
23.9.1955 DDR-Strafprozess gegen Elli Barczatis und Karl Laurenz
Das Archivradio präsentiert exklusiv den ungekürzten, fünfeinhalbstündigen Mitschnitt eines politischen Strafverfahrens der DDR vom 23. September 1955.
4.9.1958 Willy Brandt über Flüchtlinge aus der DDR
4.9.1958 | Tausende Menschen kehren der DDR bis zum Mauerbau den Rücken. Besonders stark ist der Andrang in den Westberliner Flüchtlingslagern. Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt nimmt Stellung.
13.8.1961 Beginn des Mauerbaus in Berlin: Reportagen von der Sektorengrenze
13.8.1961 | Der 13. August 1961 gilt als Beginn des Mauerbaus. Eine Mauer ist an dem Tag allerdings noch nicht zu sehen, aber Stacheldraht: Die DDR riegelt die Sektorengrenze ab.
16.8.1961 Willy Brandt verurteilt Mauerbau – Eine seiner emotionalsten Reden
16.8.1961 | Am 13. August 1961 beginnt in Berlin der Bau der Mauer – nachdem der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 noch behauptet hatte, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten.
Am 16. August findet vor dem Schöneberger Rathaus eine große Protestkundgebung statt. Dort spricht auch der Regierende Bürgermeister Willy Brandt. Es ist eine seiner entschiedensten und emotionalsten Reden. Er macht deutlich: Es geht hier um weit mehr als nur um Berlin. Man dürfe sich das nicht bieten lassen.
Brandt warnt vor weiterer Appeasement-Politik. Denn die Versuche, durch politische Kompromisse und wirtschaftliche Abkommen der DDR-Führung entgegenzukommen, seien offenbar gescheitert und hätten diese nur noch zu weiteren Repressionen ermutigt. Und wer jetzt noch aus dem Westen zur Leipziger Buchmesse reise, solle gleich drübenbleiben.
20.12.1961 Todesurteil wegen Brandstiftung – DDR-Strafprozess gegen Walter Praedel 1961
Er hörte Willy Brandt im Radio und zündete eine Scheune an. Niemand wurde verletzt. Warum wurde Walter Praedel dann zum Tod verurteilt? Beklemmende Aufnahmen eines DDR-Strafprozesses.
26.6.1963 John F. Kennedy: "Ich bin ein Berliner"
26.6.1963 | John F. Kennedy besucht das geteilte Berlin. Er betitelt die Mauer als das "Symbol für das Versagen des Kommunismus".
20.12.1963 Westberliner dürfen zu Weihnachten wieder nach Ostberlin
20.12.1963 | Der Mauerbau 1961 verhinderte fast 2 1/2 Jahre lang persönliche Begegnungen zwischen Menschen in Ost- und Westberlin – bis im Dezember 1963 die DDR-Regierung und der Berliner Senat im Westen der Stadt das Passierscheinabkommen unterzeichneten. Dies erlaubte kurz vor Weihnachten Verwandtenbesuche von Westberlinern im Osten der Stadt. Hier eine Reportage aus Berlin, gesendet im Südwestfunk am 20. Dezember 1963.
Weihnachten 1963 DDR-Rundfunk über das Passierscheinabkommen
Weihnachten 1963 | Am 20. Dezember 1963 konnten Westberliner wieder ihre Verwandten in Ostberlin besuchen – dank des neuen Passierscheinabkommens. Auch der DDR-Rundfunk berichtete darüber – hier in einer Hintergrundsendung am 5. Januar 1964 mit den üblichen Seitenhieben auf die Behörden in der Bundesrepublik.
Archivradio-Gespräch Die geheime Stasi-Akademie für "Operative Psychologie"
Wie schüchtere ich Menschen wirkungsvoll ein? Wie befrage ich das Umfeld von Verdächtigen? Tonaufnahmen belegen, wie die Stasi ihre Mitarbeiter in "Operativer Psychologie" schulte.
23.1.1970 Brandt will "gleichberechtigte Beziehungen" mit DDR
23.1.1970 | Bundeskanzler Willy Brandt schreibt am 22.1.1970 einen Brief an den Regierungschef der DDR, Willi Stoph. Er bietet darin Gespräche über gegenseitigen Gewaltverzicht und „gleichberechtigte Beziehungen“ an. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Bundesrepublik die DDR nicht als eigenständigen Staat anerkennt. Der Brief ist somit ein weiterer Schritt in Brandts Entspannungspolitik. Was Brandt in seinem Brief genau geschrieben hat, wird erst am folgenden Tag auf einer Pressekonferenz vorgelesen.
16.12.1970 DDR feiert Beethoven als Sozialisten
16.12.1970 | Die DDR feiert den 200. Geburtstag von Ludwig van Beethoven mit einem Festakt in der Deutschen Staatsoper, unweit der Berliner Mauer. Ministerpräsident Willi Stoph spricht vor der versammelten SED-Prominenz und erklärt, warum die DDR stolz auf Beethoven ist.
18.9.1973 BRD und DDR werden UNO-Mitglieder
18.9.1973 | Die Bundesrepublik Deutschland und die DDR werden in die UNO aufgenommen, zeitgleich mit den Bahamas. Die beiden deutschen Staaten treten deshalb erst so spät bei, weil sie zunächst ihr Verhältnis zueinander klären mussten. Das geschah zuvor im sogenannten Grundlagenvertrag ein Jahr zuvor, in dem die Bundesrepublik sich zwar weiterhin zum Ziel der deutschen Einheit bekannte, die Souveränität der DDR jedoch anerkannte. Vor diesem Hintergrund ist auch die Rede von Außenminister Walter Scheel unmittelbar am Tag nach dem Beitritt vor der UNO-Vollversammlung zu verstehen.
Vorher hören wir jedoch die Reportage von Korrespondent Horst Käubler für den DDR-Rundfunk aus dem UNO-Hauptquartier in New York am Abend des 18. September.
26.8.1978 Sigmund Jähn: erster Deutscher im All
Baikonur, 26. August 1978. Sigmund Jähn aus der DDR startet als erster Deutscher ins Weltall. An Bord der sowjetischen Sojus 31 fliegt er zusammen mit dem Kosmonauten Waleri Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Jähn ist von seiner Ausbildung her Jagdflieger der Nationalen Volksarmee. Einen Tag nach dem Start meldet er sich zur ersten Bordreportage.
21.9.1978 Honecker feiert den deutschen Raumfahrer Sigmund Jähn
21.9.1978 | Der Aufenthalt von Sigmund Jähn im All dauert nur eine Woche. Am 3. September 1978 landet er in der Steppe Kasachstans, am 21. September kehrt er nach Berlin zurück und wird dort vom Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker am Flughafen Schönefeld in Empfang genommen. Die politische Dimension des Raumflugs ist unüberhörbar.