21.9.1978

Honecker feiert den deutschen Raumfahrer Sigmund Jähn

Teilen

Stand

Von Autor/in ARD Archivradio

Der Aufenthalt von Sigmund Jähn im All dauert nur eine Woche. Am 3. September 1978 landet er in der Steppe Kasachstans, am 21. September kehrt er nach Berlin zurück und wird dort vom Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker am Flughafen Schönefeld in Empfang genommen.

Die politische Dimension des Raumflugs ist unüberhörbar.

Kosmonaut Sigmund Jähn, aufgenommen nach seinem erfolgreichen Flug mit dem sowjetischen Raumschiff Sojus 31 zur Raumstation MIR im August 1978

26.8.1978 Sigmund Jähn: erster Deutscher im All

Baikonur, 26. August 1978. Sigmund Jähn aus der DDR startet als erster Deutscher ins Weltall. An Bord der sowjetischen Sojus 31 fliegt er zusammen mit dem Kosmonauten Waleri Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Jähn ist von seiner Ausbildung her Jagdflieger der Nationalen Volksarmee. Einen Tag nach dem Start meldet er sich zur ersten Bordreportage.

Am 4. Oktober 1957 startete die Sowjetunion den Satelliten "Sputnik" erfolgreich vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aus. Der erste künstliche Satellit der Welt hatte etwa die Größe eines Wasserballs.

5.10.1957 Der Satellit Sputnik schockt den Westen

5.10.1957 | 1955 kündigt US-Präsident Eisenhower den ersten Satelliten im All an. Doch 1957 dann der Sputnik-Schock: Die UdSSR gewinnt im Space Race. Die Signale ihres Satelliten Sputnik sind auch im Westen zu empfangen.

Die Hündin Laika in Sputnik 2 am 3. November 1957. Das Tier überlebte den Flug nicht; Laika starb bereits einige Stunden nach dem Start.

4.11.1957 Laika – Die erste Hündin im All

4.11.1957 | Die USA hatten sich kaum vom Sputnik-Schock erholt, da legten die Sowjets nach und schicken mit Laika die erste Hündin ins All. In Deutschland ist nicht jeder vom Weltraumfieber erfasst.

Der Physiker und Raketenpionier Hermann Obert, der "Vater der Raumfahrt"

1959 Hermann Oberths Vision der Mondstation

Juni 1959 | Seine Bücher zu den Grundlagen der Raketentechnik waren Vorbild für Raumfahrt-Pioniere wie Wernher von Braun. Hier erläutert er seine Vorstellungen von einer Raumstation auf dem Mond.

Der US-amerikanische Raketenkonstrukteur deutscher Herkunft Wernher Freiherr von Braun erklärt auf dem undatierten Archivbild anhand eines Modells die Funktion von Raketen-Raumschiffen. Wernher von Braun, der führende Entwickler von Hitlers Wunderwaffe "V2", gehörte in den USA zu den Schrittmachern des Mondflugprogramms.

6.9.1959 Wernher von Braun über die Bedeutung der Raumfahrt im Kalten Krieg

6.9.1959 | Raketeningenieur Wernher von Braun spricht über die Zukunft der Raumfahrt. 1957 hatte die Sowjetunion den Sputnik-Schock ausgelöst und die USA unter Druck gesetzt. Wernher von Braun war eine schillernde Persönlichkeit. Er hatte schon Raketen und Waffen für das Nazi-Regime entwickelt. Nach dem Krieg tat er das dann im Auftrag der USA – bis er schließlich zur NASA wechselte und dort unter anderem im Apolloprogramm arbeitete.

US-Präsident John F Kennedy bei seiner Rede über die Möglichkeiten einer Mondmission im Stadion der Rice University am 12. September 1962

12.9.1962 John F. Kennedy: "Wir fliegen zum Mond, weil es schwer ist."

12.9.1962 | John F. Kennedy hält an der Rice-Universität in Houston eine Rede, in der er die Bevölkerung für die ehrgeizigen Pläne zur Mondlandung gewinnen will.

Die sowjetische Kosmonautin Walentina Tereschkowa. Sie war 1963 die erste Frau im Weltraum (Szene aus der Dokumentation "Sowjets im Weltraum")

17.6.1968 Interview mit Walentina Tereschkowa, erste Frau im All

17.6.1968 | Die erste Frau im Weltraum war die russische Kosmonautin Walentina Tereschkowa. 1963 war sie die Pilotin des Raumflugs Wostok-6. Sie startete in Baikonur und landete drei Tage später in Kasachstan. Walentina Tereschkowaa war damals 26 Jahre alt und blieb für weitere 19 Jahre die einzige Frau, die an einem Raumflug teilgenommen hat. Gut ging es ihr nicht dabei, ihr wurde übel, sie konnte auch nicht alle geplanten Experimente durchführen. Aber der Raumflug hat sie bekannt gemacht und ihr Leben verändert. Fünf Jahre später, am 17. Juni 1968 gibt sie dem Deutschlandsender der DDR das folgende Interview.
Walentina Tereschkowa steht heute voll hinter Putins Politik. Die Welt solle Russlands Armee fürchten, erklärte sie unter anderem nach der Einnahme der Krim.

Ansicht des Planeten Erde vom Mond aus im Weltraum am 24. Dezember 1968 fotografiert. Die Apollo-8-Crew – Frank Borman, James Lovell und William Anders –wurde am 21. Dezember 1968 auf einer Saturn-V-Rakete gestartet, umkreiste den Mond zehnmal und kehrte am 27. Dezember 1968 zur Erde zurück. Die Astronauten waren die ersten, die die Erde aus dem Weltraum fotografierten.

24.12.1968 Der Moment, als die Erde am Horizont auftauchte – Earthrise auf der Apollo 8

24.12.1968 | Apollo 8 war in vielerlei Hinsicht eine besondere Mission. Es war der erste bemannte Flug zum Mond. Bis dahin hatte sich noch kein bemanntes Raumschiff weiter als 1.500 Kilometer von der Erde entfernt.
Die drei Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell betraten zwar nicht den Mond – diesen Schritt sollte erst Neil Armstrong ein halbes Jahr später gehen – aber sie umkreisten ihn zehnmal und testeten die Landefähre.
Heiligabend 1968 knipsen die Astronauten ein Foto, das die Welt verändern sollte: Im Vordergrund der kahle graue Mond, im Hintergrund die aufgehende blauweiße Erde – die erste Weltraumperspektive auf unseren Planeten. Da ein Aufnahmegerät die Bord-Gespräche mitschnitt, ist der Moment, als sie die Erde erstmals sehen, auch akustisch erhalten geblieben. Die Aufnahme beginnt damit, dass Borman eine Drehung des Raumschiffs ankündigt, denn die Astronauten sind gerade dabei, die Mondoberfläche in Schwarzweiß zu fotografieren und müssen dazu das Raumschiff etwas justieren. Man hört, wie sie sich über einen Krater auf dem Mond unterhalten, und ob der möglicherweise vulkanischen Ursprungs ist. Durch die Drehung kommt Apollo 8 mit einem Mal in eine Position, in der die Erde durch ein Fenster sichtbar wird. Ab dann hört man die Begeisterung. Man hört dann, wie Bill Anders zu Jim Lovell sagt, er solle ihm schnell den Farbfilm reichen. Lovell sagt erst: "Mach viele Fotos!" Und dann: "Komm, gib mir die Kamera." Anders: "Beruhige dich."
Dreieinhalb Stunden vor diesem unerwarteten Ereignis gab es noch eine Live-Schalte zur Erde, die im Fernsehen übertragen wurde. Es war ja Weihnachten. Und so beginnt Bill Anders, als Weihnachtsbotschaft die biblische Schöpfungsgeschichte zu verlesen. Jim Lovell und Frank Borman schließen sich an. (Quelle: Nasa)
Mehr Aufnahmen aus der Raumfahrtgeschichte: http://x.swr.de/s/archivradioraumfahrt

Kennedy Space Center, USA. Auf dem Launch Complex 39 Pad A verlassen die Apollo-11-Astronauten das Apollo-Raumschiff nach der Teilnahme am Countdown-Demonstrationstest. Im Vordergrund ist Astronaut Buzz Aldrin zu sehen. Pad-Leader Guenter Wendt spricht mit Neil Armstrong. Astronaut Michael Collins steht links von Armstrong.

16.7.1969 Countdown und Start von Apollo 11

16.7.1969 | Die USA schreiben Raumfahrt-Geschichte, als die 3.000 Tonnen schwere Saturn-5-Rakete in Richtung Mond abhebt. Die Mission Apollo 11 hat begonnen. Die Medien sind dabei, als der Countdown startet.

Der Kommandant von Apollo 11, Neil Armstrong, sammelt Proben des Mondbodens, kurz nachdem er am 20. Juli 1969 seinen historischen ersten Schritt auf der Oberfläche des Mondes gemacht hat. Das Foto wurde von Edwin "Buzz" Aldrin aus dem Inneren des Landefahrzeugs aufgenommen. Im Vordergrund ist ein Teil des Fahrzeugschattens sichtbar.

20.7.1969 Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond

20.7.1969 | Apollo 11 ist gelandet. Zu hören: Armstrongs Worte "That's one small step for a man, one giant leap for mankind." Die deutschen Moderatoren reden leider dazwischen.

Prof. Heinrich Wänke untersucht 1969 Mondstaub am Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz.

22.10.1969 Nach Mondlandung: Mainzer Forscher analysieren den Mondstaub

22.10.1969 | Nachdem im Juli 1969 erstmals Astronauten den Mond betreten haben, bringen sie auch Material von der Mondoberfläche zur Erde mit. Dieser Mondstaub wird nicht nur bei der Nasa in Houston analysiert, sondern vor allem in Mainz, am Max-Planck-Institut für Chemie. Aus den 250 Gramm Mondstaub versuchen die Forscher etwas über die Entstehung des Mondes herauszufinden, und ob Erde und Mond einen gemeinsamen Ursprung haben. Am 22. Oktober 1969 – drei Monate nach der Mondlandung – gibt Prof. Heinrich Wänke die ersten Auskünfte im Südwestfunk.

Gene Kranz (im Vordergrund mit dem Rücken zur Kamera), ein Flugdirektor von Apollo 13, beobachtet den Apollo-13-Astronauten und Piloten der Mondlandefähre Fred Haise während der vierten Fernsehübertragung der Mission am Abend des 13. April 1970 auf dem Bildschirm im Mission Operations Control Room. Kurz Nach der Übertragung ereignete sich eine Explosion, die jede Hoffnung auf eine Mondlandung zunichte machte und das Leben der Besatzung gefährdete.

13.4.1970 Apollo 13 vor dem Start: "Die NASA wünscht sich mehr Aufregung"

13.4.1970 | Am 13. April 1970 berichtet Korrespondent Robert Röntgen im Südwestfunk über die Apollo-13-Mission. Der Start scheint geglückt, alles läuft normal. Die Astronauten sind zu Scherzen aufgelegt. Die amerikanische Öffentlichkeit hat sich inzwischen an die Raumfahrtmissionen gewöhnt und so bemerkt Röntgen, eigentlich wünsche sich die NASA mehr Aufregung. Dieser Wunsch geht bald in Erfüllung.

Londoner Abendzeitungen berichten über die Probleme von Apollo 13

14.4.1970 Panne bei Apollo 13: "Houston, wir haben ein Problem."

14.4.1970 | Am 14. April 1970 erschüttert eine Explosion die Mondfähre. Die Astronauten der Apollo 13 melden sich mit dem berühmten Satz im Kontrollzentrum: "Houston, wir haben ein Problem."

Die Besatzungsmitglieder der Apollo-13-Mission gehen an Bord der USS Iwo Jima, dem Bergungsschiff für die Mission, nach der Wasserung und Bergungsoperationen im Südpazifik: Fred W. Haise, James A. Lovell and John L. Swigert

17.4.1970 Apollo 13 scheint gerettet

17.4.1970 | Die Rückkehr der Astronauten scheint am Mittag des 17. April gesichert. Das Kontrollzentrum in Houston gibt die letzten Daten bekannt. Es gibt genug Energie und Sauerstoff.

Die Voyager Golden Records sind Schallplatten, die an Bord beider im Jahr 1977 gestarteten Voyager-Raumschiffe enthalten waren. Sie enthalten Klänge und Bilder, die ausgewählt wurden, um die Vielfalt des Lebens und der Kultur auf der Erde darzustellen, und sind für jede intelligente außerirdische Lebensform oder für zukünftige Menschen bestimmt.

5.9.1977 Sonde Voyager startet mit Visitenkarte der Erde

5.9.1977 | An Bord hatte die NASA eine Visitenkarte der Menschheit: Eine vergoldete Schallplatte mit Hinweisen zur Lage unseres Sonnensystems und akustischen Eindrücken der Erde.

Kosmonaut Sigmund Jähn, aufgenommen nach seinem erfolgreichen Flug mit dem sowjetischen Raumschiff Sojus 31 zur Raumstation MIR im August 1978

26.8.1978 Sigmund Jähn: erster Deutscher im All

Baikonur, 26. August 1978. Sigmund Jähn aus der DDR startet als erster Deutscher ins Weltall. An Bord der sowjetischen Sojus 31 fliegt er zusammen mit dem Kosmonauten Waleri Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Jähn ist von seiner Ausbildung her Jagdflieger der Nationalen Volksarmee. Einen Tag nach dem Start meldet er sich zur ersten Bordreportage.