23.1.1970

Brandt will "gleichberechtigte Beziehungen" mit DDR

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Von Autor/in ARD Archivradio

Willy Brandt schreibt Brief an Willi Stoph

Bundeskanzler Willy Brandt schreibt am 22.1.1970 einen Brief an den Regierungschef der DDR, Willi Stoph. Er bietet darin Gespräche über gegenseitigen Gewaltverzicht und „gleichberechtigte Beziehungen“ an.

Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Bundesrepublik die DDR nicht als eigenständigen Staat anerkennt. Der Brief ist somit ein weiterer Schritt in Brandts Entspannungspolitik.

Regierungssprecher Conrad Ahlers liest auf der Bundespressekonferenz vor

Was Brandt in seinem Brief genau geschrieben hat, wird erst am folgenden Tag auf einer Pressekonferenz von Regierungssprecher Conrad Ahlers vorgelesen.

Schlange im Notaufnahmelager Marienfelde am 1. September 1958 in West-Berlin. Das Aufnahmelager für Flüchtlinge aus der DDR und Ost-Berlin war 1952  1953 erbaut worden. Ende August 1958 erreichten die Flüchtlingszahlen mit 3.000 Menschen innerhalb von drei Tagen eine neue Rekordhöhe: Blick auf die Reihe von Menschen, die im Notaufnahmelager Marienfelde auf ihre Registrierung warten.

4.9.1958 Willy Brandt über Flüchtlinge aus der DDR

4.9.1958 | Tausende Menschen kehren der DDR bis zum Mauerbau den Rücken. Besonders stark ist der Andrang in den Westberliner Flüchtlingslagern. Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt nimmt Stellung.

Auf dem außerordentlicher Parteitag der SPD in Bad Godesberg, eröffnet am 13. November 1959. wurde eine neues Grundsatzprogramm (Godesberger Programm) mit dem Bekenntnis zum demokratischen Sozialismus verabschiedet. Blick auf die Delegierten während des Parteitages.

13.11.1959 Willy Brandt wirbt für das „Godesberger Programm“

13.11.1959 | Die SPD gibt sich ein neues Grundsatzprogramm. Sie reformiert sich und ihren Anspruch – weg von der reinen sozialistischen Arbeiterpartei hin zu einer Volkspartei. Wirtschaftspolitisch bekennt sich die Partei jetzt deutlicher zur Marktwirtschaft. „So viel Markt wie möglich, so viel Planung wie nötig“, ist jetzt die Devise. Willy Brandt, Regierender Bürgermeister von Berlin, wirbt für das neue Programm, das zwei Tage später verabschiedet wird. In seiner Rede auf dem außerordentlichen Parteitag der SPD in Bad Godesberg geht er intensiv auf die Frage eines vielleicht irgendwann wiedervereinigten Deutschlands ein, denn manche in der SPD argumentieren, man solle mit einem neuen Grundsatzprogramm doch bis zu einer Wiedervereinigung warten. Das war wohlgemerkt 1959. Brandt sieht das anders. | http://swr.li/brandt-godesberger-programm

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, 1963

30.8.1963 Willy Brandt freut sich über Stereophonie

30.8.1963 | Im 40. Jahr seines Bestehens gönnt sich der deutsche Rundfunk eine neue Technik: Die Stereophonie. Vorgestellt wird sie auf der Funkausstellung in Berlin. Der regierende Bürgermeister Willy Brandt hält die Eröffnungsrede und freut sich, dass man jetzt Radio in Stereo hören kann.

Nach der Einführung der Stereophonie dauert es allerdings noch lange, bis sie sich wirklich durchsetzt. Bis zum Ende der 1960er-Jahre können nur 12 Prozent der Hörerschaft Stereoprogramme empfangen. Erst in den 1980er-Jahren werden wirklich alle Radioprogramme durchgängig in Stereo gesendet.

Bundeskanzler Willy Brandt gibt am 28. Oktober 1969 vor dem Deutschen Bundestag in Bonn eine Regierungserklärung ab.

28.10.1969 Willy Brandt will "Mehr Demokratie wagen"

28.10.1969 | Der neu gewählte Bundeskanzler Willy Brandt sagt in seiner ersten Regierungserklärung, er wolle mehr Demokratie wagen. Das ist auch eine Reaktion auf die Ereignisse von 1968.

Willy Brandt 1970

23.1.1970 Brandt will "gleichberechtigte Beziehungen" mit DDR

23.1.1970 | Bundeskanzler Willy Brandt schreibt am 22.1.1970 einen Brief an den Regierungschef der DDR, Willi Stoph. Er bietet darin Gespräche über gegenseitigen Gewaltverzicht und „gleichberechtigte Beziehungen“ an. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Bundesrepublik die DDR nicht als eigenständigen Staat anerkennt. Der Brief ist somit ein weiterer Schritt in Brandts Entspannungspolitik. Was Brandt in seinem Brief genau geschrieben hat, wird erst am folgenden Tag auf einer Pressekonferenz vorgelesen.

Walter Momper (Mitte, SPD, Regierender Bürgermeister Berlin) neben Bundeskanzler Helmut Kohl (2.v.re., CDU) und Willy Brandt (li., SPD) während einer Kundgebung vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin am 10.11.1989

10.11.1989 Der Tag nach der Maueröffnung

10.11.1989 | Einen Tag nach Öffnung der Mauer fand vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin eine Kundgebung mit westdeutschen Spitzenpolitikern statt: Walter Momper, Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher und der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl.

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