Nach SWR-Informationen hat eine EU-Expertengruppe den Weg für die sogenannte Krisendestillation freigemacht. Dabei geht es um 24 Millionen Liter Rosé- und Rotweine. Gut 14 Millionen Euro sollen dafür aus Mitteln der EU-Agrarreserve zur Verfügung stehen. In einem Verordnungsentwurf schlägt die EU-Kommission vor, dass Betriebe 59 Cent für jeden Liter erhalten, den sie zu Industriealkohol destillieren lassen. Abgezogen werden davon noch mal 16 Cent pro Liter für Transport und die Destillation selbst.
Expertenrunde in der EU
Vergangene Woche hat eine Expertenrunde der EU über diesen Entwurf beraten und - laut Sitzungsprotokoll - keine Einwände erhoben und damit grünes Licht gegeben. Die Landwirtschaftsministerien in Mainz und Stuttgart haben das dem SWR auf Anfrage bestätigt. Endgültig verabschiedet werden soll der Entwurf in der zweiten Augusthälfte.
Weinkonsum geht zurück
Weil der Weinkonsum zurückgeht und der Markt gesättigt ist, bleiben vor allem Fasswein-Betriebe derzeit auf ihrem Wein sitzen. Die Krisendestillation soll ihnen helfen, ihre Keller für den neuen Jahrgang freizuräumen. Kritiker sagen aber, das helfe nur kurzfristig, auf lange Sicht müsste die Rebfläche kleiner werden, damit weniger Wein auf den Markt kommt.
Der weltweite Weinkonsum ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken, so die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV). Die Gründe sind nach OIV-Angaben vielfältig: Gesellschaftliche Veränderungen, wirtschaftliche Unsicherheiten, Zölle. Besonders auffällig waren zuletzt Verkaufsrückgänge in den USA, China und Frankreich.