Weiße Weihnachten - ein Weihnachtswunsch, den viele Menschen haben. Doch der Schnee blieb auch 2025 aus. Dafür gab es viel Sonne an den Feiertagen. An Heiligabend war es tagsüber noch recht trüb, aber in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag lockerte die Bewölkung auf. Auch am ersten Weihnachtsfeiertag blieb es kalt und windig, aber auch verbreitet sonnig.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag blieb das Wetter ähnlich angenehm: viel Sonne, nur wenige Wolken und meist trocken bei Temperaturen bis etwa vier Grad. In den Bergen wehte weiterhin starker Wind, sonst blieb es ruhig. Bei Dauerfrost war es kalt. In der Nacht auf Samstag wird es klar und trocken, die Temperaturen sinken auf minus eins bis minus fünf Grad.
Am Wochenende milder mit etwas Regen
Am Samstag zeigt sich die Sonne noch häufig, die Höchstwerte liegen dann etwas milder bei drei bis sieben Grad. Am Nachmittag könnte es im Norden dann hochnebelartige Wolken geben. Niederschläge gibt es der Vorhersage nach weiterhin keine, die Temperaturen erreichen maximal ein bis fünf Grad. Erst in der Nacht zum Sonntag könnte es lokal ein wenig regnen - und dann auch glatt werden.
Wann gab es das letzte Mal Weiße Weihnacht in RLP?
"Leise rieselt der Schnee", "Let It Snow! Let It Snow! Let It Snow!" oder "White Christmas". Das Idealbild von Weihnachten ist für die meisten von uns hierzuland mit Schnee und Kälte verbunden. Drinnen knistert das Kaminfeuer, der geschmückte Weihnachtsbaum leuchtet - und draußen glitzert die weiße Winterlandschaft.
In Rheinland-Pfalz hat das letzte Mal im Jahr 2010 richtig viel Schnee gelegen - und zwar flächendeckend. Die Wetterstation Schneifelforsthaus meldete am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertags 50 cm Schnee, Eppenrod auf 300 Meter Höhe 45 cm. In Trier lagen damals 24 cm der weißen Pracht. Und sogar in Worms gab es eine Schneedecke von 10 cm. Ähnlich sah es an Weihnachten 2001 und 1981 aus.
Welche Rolle spielt der Klimawandel für Weiße Weihnachten?
Doch der Klimawandel macht der Weißen Weihnacht zusehends einen Strich durch die Rechnung. Die Erderwärmung führe unweigerlich dazu, dass wir an den Weihnachtstagen seltener Schnee bekommen werden, sagt ARD-Wetterexperte Stefan Laps. Das belegen bereits die Zahlen: Nach dem Klimamittel von 1961 bis 1990 lag die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten bei uns im Bergland noch bei 66 Prozent - im Zeitraum 1991 bis 2020 nur noch bei 48 Prozent. Der Trend geht also nach unten, weiße Weihnachten werden seltener.
Es gebe aber noch einen anderen Aspekt zu berücksichtigen, so Laps: "Je wärmer die Atmosphäre wird, desto mehr Wasserdampf ist vorhanden. Wenn Niederschläge auftreten, können diese stärker und somit ergiebiger ausfallen als früher. Fällt so ein Niederschlagsereignis bei Temperaturen um 0 Grad zufällig auf die Weihnachtstage, dann können wir durchaus einzelne Feste mit Schneechaos durch erheblichen Neuschnee erleben." Laps' Fazit: "Weiße Weihnachten werden seltener, können im Einzelfall aber kräftiger ausfallen."
War Schnee an Weihnachten schon immer die Ausnahme?
Ja. Auch unabhängig vom Klimawandel traten weiße Weihnachten eher selten auf. Denn gerade um die Festtage herum herrscht häufig Tauwetter. Um den 24. Dezember herum kommt es laut Deutschem Wetterdienst etwas häufiger zu milden Temperaturen. Diese lassen Schnee wegtauen oder sorgen dafür, dass er gar nicht erst liegen bleibt.
Welche Wetterphänomene entscheiden bei uns über das Wetter an Weihnachten?
Darüber entscheidet ein komplexes Gefüge, sagt ARD-Wetterexperte Peter Schwarz. Inwiefern El Niño und La Niña für unser Wetter eine Rolle spielen, sei sehr umstritten.
Entscheidender sei da der Polarwirbel. So lange dieser lebendig sei und der Jetstream glatt verlaufe, damit die Tiefdruckgebiete wie an einer Perlenschnur über den Atlantik ziehen, gelange zu uns permanent milde Luft. Dann reiche es höchstens mal für Schnee in hohen Lagen - vorausgesetzt hinter einem Tief werde etwas kältere Luft eingeschleust.
Gebe es einen Split im Polarwirbel, werde die "Tiefdruckautobahn" unterbrochen. Dann könne der Weg frei werden für polare Kaltluft. Oder aber es gibt Hochdruck über Skandinavien und Tiefdruck über Südeuropa. Dies ist für uns eine der nachhaltigsten Winterwetterlagen - wenn auch nicht unbedingt die schneereichste.