Gemeinsam für Mariahof

Wie Freiwillige einen Trierer Stadtteil zusammenhalten

Im Stadtteiltreff "WirsindMariahof" setzen sich rund 20 Ehrenamtliche dafür ein, dass sich niemand im Viertel einsam fühlt. Eine herausfordernde Aufgabe für die Helfer.

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Stand

Seit 2011, als erste Zettel in die Briefkästen gesteckt wurden, um herauszufinden, was im Viertel fehlt, hat sich viel verändert. Ausgangspunkt war die einfache Idee, den Stadtteil lebenswerter zu machen.

Eine Idee, die den Stadtteil veränderte

Inzwischen werden im Stadtteiltreff täglich vielfältige Aktivitäten organisiert: Mal finden Spielstunden statt, in denen Kinder der benachbarten Grundschule lesen, rechnen und spielen. An anderen Tagen treffen sich die Bewohner bei gemeinsamen Kaffeerunden, es wird Deutsch gelernt im Café International oder gefeiert und getanzt, um gemeinsam aktiv zu sein. Die Liste ist lang.

Neben Strickkursen und Beratungsangeboten für Senioren werden hier auch Pausenbrote gegen Kinderarmut geschmiert. Alle diese Angebote werden von Ehrenamtlichen betreut.

Ehrenamtliche setzen sich für Mitmenschen ein

Irma May, Marlene Bonertz und Ludwig Limburg sind seit der ersten Stunde an Teil von "WirsindMariahof". Sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen einzusetzen ist ihnen wichtig.

Ich möchte ein bisschen von dem zurückgeben, was ich erhalten habe.

Ludwig Limburg, Vorstand des Bürgervereins Mariahof e.V., hat sein ganzes Leben mit Menschen gearbeitet und will dies auch weiterhin in seiner Rente tun, sagt er. "Ich hatte viel Glück im Leben. Jetzt gebe ich ein bisschen von dem zurück, was ich erhalten habe."

Treff verbindet auch Generationen

Auch Irma May betont, dass es vor allem der direkte Kontakt mit den Menschen ist, der sie motiviert: "Das macht Spaß und es kommt auch immer was zurück von den Leuten. Das tut gut."

Hinter dieser Scheibe ist immer etwas los: Im Stadtteitrefff Mariahof ist jeder willkommen.
Hinter dieser Scheibe ist immer etwas los: Im Stadtteiltreff Mariahof ist jeder willkommen.

Bonertz, May und Limburg sind nicht nur Organisatoren, sondern auch Brückenbauer zwischen den Generationen. Sie sorgen dafür, dass jeder – ob jung oder alt – einen Platz im Stadtteiltreff findet und sich wohlfühlt. In den meisten Fällen funktioniert das auch.

"Manchmal kommen ältere Leute in den Treff, die sich gegenseitig nicht so leiden können", schmunzelt Marlene Bonertz. "Dann sorgen wir dafür, dass sie weit auseinander sitzen und schlichten auch mal Streit."

Immer auf der Suche nach helfenden Händen

Kerstin Katharina Vogel von der Caritas unterstützt das Projekt "WirsindMariahof". Sie betont, dass die Menschen in Mariahof immer auf der Suche nach helfenden Händen sind.

"Es gibt einen großen Bedarf der Seniorinnen und Senioren hier oben, die Unterstützung brauchen, zum Beispiel wenn sie mal zum Arzt oder einkaufen müssen."

Da sei es schön, einen Pool an Leuten zu haben, den man anrufen könne, wenn Bedarf sei. Aber auch junge Menschen mit eigenen Ideen werden gesucht, um die Vielfalt an Angeboten immer weiter auszubauen.

Kerstin Katharina Vogel von der Caritas Trier betreut das Projekt "WirsindMariahof".
Kerstin Katharina Vogel von der Caritas Trier betreut das Projekt "WirsindMariahof".

Ludwig Limburg weist darauf hin, dass es nicht nur an freiwilligen Helfern mangelt, sondern auch an finanzieller Unterstützung. Durch die Haushaltssperre der Stadt Trier könne das Geld, das eigentlich für soziale Projekte angedacht sei, nicht genutzt werden.

"Da leiden diese sozialen Bereiche darunter – die Arbeit mit Kindern oder älteren Menschen. Da müsste die Stadt Trier viel mehr dran arbeiten."

Weitermachen, weil es Freude bringt

Die drei Ehrenamtlichen May, Bonertz und Limburg denken jedenfalls noch lange nicht ans Aufhören.

"Das ist ein richtig guter Erfolg. Immer, wenn die Spielstunde rum ist, bekommen alle Kinder noch ein Bonbon. Dann gehen sie glücklich nach Hause - und wir auch", sagt Irma May. Das findet auch Ludwig Limburg: "Man hat immer was zu tun und bleibt jung dabei."

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