Wo kann Wasser in meine Wohnung eintreten? Welche Gewässer in der Umgebung können meinem Haus gefährlich werden? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Frank Hömme und Volker Thesen aus Pölich an der Mosel täglich. Seit ein paar Jahren entwickeln sie Konzepte, die bei Starkregen helfen sollen. Nach der Flut waren sie in der Region Trier unterwegs. Sie haben Gutachten erstellt, Kommunen und Hauseigentümer beraten.
SWR Aktuell: Herr Thesen, welche Ursachen führen bei Starkregen denn beispielsweise oft zu Schäden?
Volker Thesen: Wenn Starkregen den Kanal überlastet und das Wasser sich anstaut, dann drückt der Kanal das Wasser zurück in die angeschlossenen Häuser. Und die Häuser, die nicht mit einer entsprechenden Anlage abgesichert sind, bekommen das Wasser dann zum Beispiel über die Toilette ins Haus.
Das hatten wir schon in vielen Orten in der Region. Von 300 geschädigten Objekten waren 80 Prozent betroffen, weil die Anlagen nicht vorhanden waren oder nicht funktioniert haben. Das ist eines der klassischen Beispiele.
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SWR Aktuell: Herr Thesen, was kann ich tun, um mein Haus vor so einem Rückstau zu sichern?
Volker Thesen: Sie können prüfen lassen, ob sich der Kanal staut und ob das eigene Haus gefährdet ist. Und wenn das Ergebnis ist: Mein Haus hat keine Rückstausicherung oder Einrichtung eingebaut - dann sollte ich mich darum kümmern und nochmal beraten lassen, welche Sicherung für mein Haus geeignet ist.
SWR Aktuell: Herr Hömme, wird so eine Sicherung schnell mal vergessen?
Frank Hömme: Viele Häuser haben so eine Sicherung nicht. Aber auch die Menschen, die eine Rückstausicherung im Haus haben, vergessen sie oft und wissen nicht, wo sie ist. Wir sagen den Leuten auch, dass diese Klappen in der Regel halbjährlich gewartet werden müssen, und raten, dies wirklich zu tun. Das sind Arbeiten, die Hausbesitzer selbst machen können, bei vielen Klappen, die manuell betrieben werden.
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SWR Aktuell: Herr Thesen, haben Sie weitere Tipps, die helfen können?
Volker Thesen: Nach einer Beratung kenne ich meine Gefahrenlage und muss dann sehen, welche Räume in meinem Haus von einer Überschwemmung betroffen sein können. Wie nutze ich einen Raum? Gerade in Kellerräumen sollten zum Beispiel keine Dokumente lagern, die ich im Ernstfall noch schnell retten oder sichern muss. Sonst kann ich mich schnell in Gefahr bringen.
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Wenn ich auf meinem Grundstück Lichtschächte habe, die direkt zu meinem Kellerfenster hinführen, das Wasser an mein Haus tritt und sich auch am Haus anstauen kann, dann ist der Lichtschacht ein Problem. Wasser könnte darüber ins Haus gelangen.
Das kann ich lösen, indem ich den Lichtschacht erhöhe oder umrande mit einem Randstein. Das sind Maßnahmen mit geringen Kosten, die einfach selbst oder mit etwas Hilfe umsetzbar sind. Damit kann ich ein Problem schon mal reduzieren, ohne dass ich direkt ein hochwassersicheres Kellerfenster einbauen müsste.
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SWR Aktuell: Wenn ein Hausbau ansteht, Herr Hömme, welche Maßnahmen helfen hier?
Frank Hömme: Ein Blick in die Hochwassergefahrenkarten und die Sturzflutgefahrenkarten des Landes können helfen. Hier sehe ich, aus welcher Richtung eine Überflutung in Richtung meines Grundstücks kommen kann. Selbst wenn zum Beispiel ein Bach weiter entfernt ist, kann er ja ausufern. Ich kann auch davon betroffen sein, wenn das Wasser den Hang runterfließt.
Wenn möglich, sollte man das Haus immer etwas höher bauen. Das Gelände auf dem Grundstück sollte so geplant sein, dass das Wasser am Haus vorbeiläuft und eben nicht gezielt auf meine Gartentür oder meinen Keller zukommt.