Nach einem Brand auf einem Pferdehof bei Traben-Trarbach hat ein Feuerwehrmann eine ungewöhnliche Theorie ins Spiel gebracht. Ein Wespennest soll das Feuer verursacht haben.
In einem SWR-Interview sagte Christoph Zender, der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach: In dem Nest soll es durch den hohen Flugbetrieb der Insekten so heiß geworden sein, dass sich das Nest selbst entzündete.
Polizei hält Wespennest nicht für die Brandursache
Aber kann das wirklich stimmen? Mehrere Leser und Hörer des SWR meldeten sich zu Wort und zweifelten an der Hypothese. Und auch die Polizei hält die Wespen nicht für brandgefährlich.
"Es ist korrekt, dass am Brandort Überreste eines Wespennests gefunden wurden", erklärt Pressesprecher Marc Fleischmann: "Unsere Brandermittler gehen aktuell aber nicht davon aus, dass das Wespennest brandursächlich gewesen sein dürfte."
Was der wirkliche Grund dafür war, dass es im Wohnhaus der Mitarbeitenden und später auch in den Ställen gebrannt hat, ist demnach unklar. Die offiziellen Ermittlungen der Polizei laufen.
Wespenberater: Feuer durch Flugbetrieb unmöglich
Dass Wespen durch ihren Flügelschlag ein Feuer erzeugen, hält auch Michael Gues, ein Wespenberater aus dem Nordschwarzwald, für "absolut ausgeschlossen". Dem SWR sagte er: "Wenn die Wespen durch Flugbetrieb die Temperatur im Nest so stark erhöhen würden, dass ein Brand entsteht - da würde ja vorher das Volk absterben."
Hitze ab 43 Grad Celsius sei für die Insekten tödlich. Damit ein Nest aus Zellulose sich entzündet, seien aber wesentlich höhere Temperaturen ab 175 Grad nötig.
Wespen verursachen Brände eher durch Kurzschlüsse
In Zeitungsartikeln ist zwar zu lesen, dass Wespen Brände verursachen können. Allerdings war dies nur dann der Fall, wenn sie ihre Nester rund um Stromkabel gebaut haben oder die Kabel angeknabbert hatten.
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Auf diese Art und Weise kam es Medienberichten zufolge unter anderem zu Bränden im baden-württembergischen Balingen, im brandenburgischen Altwustrow und in Damnatz in Niedersachsen.
Bei dem Feuer in Traben-Trarbach hat sich ein Mitarbeiter leichte Verbrennungen zugezogen. Die Pferde wurden nicht verletzt. Laut Polizei entstand ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro.