Es ist ein ungewöhnlicher Streit um eine Rechnung: Ein Bestattungsunternehmen aus Kirf im Kreis Trier-Saarburg hatte vergangenes Jahr etwa 250 menschliche Gebeine auf einem Privatgrundstück geborgen und bestattet. Auf dem Grundstück war früher ein Friedhof. Die Kosten: Rund 6.600 Euro, die das Unternehmen von der Kirche eingefordert hat, da es überzeugt ist, vom örtlichen Pfarrer beauftragt worden zu sein. Das Amtsgericht Saarburg sieht das anders und weist die Klage gegen einen katholischen Pfarrer und die Kirchengemeinde ab.
Die Bestatterin Ulla Kiefer ist fassungslos. "Ich habe keine Worte", sagt sie zum Urteil. Wenn sie und ihr Mann die Entscheidung in Ruhe gelesen haben, werde sie auf jeden Fall Berufung einlegen. Sie wirft dem Priester vor, nicht die Wahrheit zu sagen.
Kein Auftrag nachgewiesen
Doch das Gericht konnte nicht feststellen, dass der Priester das Bestattungsunternehmen verbindlich beauftragt hatte. Seine Bitte, sich "darum zu kümmern", sei zu unklar gewesen. Der Priester argumentiert, er habe die Fundstelle nicht selbst gesehen. Deshalb habe er mit "Kümmern" gemeint, dass zunächst geklärt werden sollte, was zu tun ist. Auch spätere Gespräche verpflichteten, laut Gericht, weder die Kirchengemeinde noch den Pfarrer als Privatperson zur Zahlung. Deshalb müssen beide Parteien die Rechnung nicht übernehmen.
Für die Inhaber des Bestattungsunternehmens ist unverständlich, dass sie auf ihrer Rechnung sitzen bleiben. Ulla Kiefer beteuert, der Pfarrer habe ihnen in der Vergangenheit bereits in ähnlicher Weise Aufträge erteilt, die anschließend bezahlt worden seien.
Beim Garagenbau auf alten Friedhof gestoßen
Der Streit begann im März 2025. Stefan Turnsek und seine Familie wollten auf ihrem Grundstück in Kirf eine Garage bauen. Dabei stießen sie auf rund 250 menschliche Gebeine. Denn: Wie sich später herausstellte, war das Grundstück früher ein Friedhof. Sie informierten den Ortsbürgermeister, der wiederum den örtlichen Priester und der nahm daraufhin Kontakt zum Bestattungsunternehmen auf. Dieses barg die Gebeine und brachten sie in vier Särgen in die Leichenhalle. Für die Arbeit stellte das Unternehmen rund 6.600 Euro in Rechnung. Die Kirche weigerte sich zu zahlen.
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Gestritten wird voraussichtlich weiter
Während der Pfarrer, laut eigener Aussage, froh ist, dass die ganze Sache vorbei ist, bleibt der Ärger beim Bestattungsunternehmen weiterhin groß. Frau Kiefer sagte gegenüber dem SWR, so wolle, nach einer genauen Prüfung des Urteils, Berufung einlegen.