Zeitersparnis durch moderne Technik

Trierer Altenwohn- und Pflegeheim testet Computer für Telepflege

Zeit und Fachkräfte sind in der Pflege knapp: Ein neues Computersystem könnte helfen. Ein Modellprojekt läuft aktuell im Trierer Altenwohn- und Pflegeheim St. Irminen.

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Von Autor/in Ronja Stephan

Pflegekraft Nelli Kern, aus dem Stift St. Irminen, ist auf ihrem täglichen Rundgang im Zimmer des Bewohners Walter Wagner angekommen. Der Heimbewohner sitzt in seinem Rollstuhl und klagt über Schmerzen in der Schulter. Ein Fall, für den die Pflegerin Nelli Kern nicht ausgebildet ist. Deswegen greift sie auf einen Computer zurück.

Die Rückseite des Geräts ist mit einem Bildschirm, einer Raumkamera und einer Lautsprecheranlage ausgestattet. So kann der Bewohner die Pflegefachkraft auf dem Bildschirm sehen und hören.
Die Rückseite des Geräts ist mit einem Bildschirm, einer Raumkamera und einer Lautsprecheranlage ausgestattet. So kann der Bewohner die Pflegefachkraft auf dem Bildschirm sehen und hören.

Über das System ruft sie per Video eine Pflegefachkraft an, die ebenfalls in dem Altenwohn- und Pflegeheim arbeitet und bei der Behandlung helfen kann, ohne in dem Zimmer sein zu müssen.

Bei dem Szenario handelt es sich zwar um eine Demonstration für die Öffentlichkeit, aber für genau solch einen Fall ist das neue System konzipiert.

Zeitersparnis ist großer Vorteil

Das ist eine große Erleichterung, denn so müssen die Mitarbeiter zukünftig nicht mehr durch die Einrichtung laufen, wie das bisher der Fall war. Das ist eine große Zeitersparnis, sagt Projektleiterin Hannah Schwarz.

"Das bedeutet, dass Anfragen sofort bearbeitet werden können und auch die Bewohnerinnen und Bewohner einen Ansprechpartner vor Ort haben." Der Computer hilft neben der Behandlung auch bei der Dokumentation der Pflege.

Stadt Trier ist Partner des Projekts

Die Stadt Trier ist Projektpartner. Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) erklärt, dass bis 2035 etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sind. "Schon jetzt ist es eine große Herausforderung, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden", sagt Leibe. Die Stadt will deswegen den Ausbau der Telepflege weiter vorantreiben und hat entsprechende Fördermittel beantragt.

Laut Oberbürgermeister Leibe würde die Erprobung des Modellprojekts im Stift St. Irminen im besten Fall dazu führen, dass die Telepflege auch von anderen Pflegeeinrichtungen übernommen wird.

Bewohner fühlt sich wohl mit Behandlung

Die Beschäftigten und die Bewohner nehmen die Technik gut an, sagt die Projektleiterin Hannah Schwarz.

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Dass das System gut ankommt, ist auch bei Heimbewohner Walter Wagner zu sehen. Er fühlt sich wohl mit der Art der Behandlung, ihm macht es nichts aus, dass er zukünftig in manchen Fällen über den Computer behandelt wird. "Das hat einen großen Mehrwert", sagt er.

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Ronja Stephan