Thomas Dietz trennen nur wenige hundert Meter und die Mosel von dem Tanklager im Hafen des luxemburgischen Ortes Mertert. Dietz lebt auf der anderen Moselseite in Temmels und macht sich große Sorgen: "Es besteht eine Riesengefahr, dass hier niemand mehr leben könnte, wenn es zu Explosionen käme."
Sorgen am deutschen Moselufer
Der Betreiber TankLux will die Kapazität des Tanklagers von 90.000 auf 150.000 Kubikmeter Öl erhöhen. Dort werden strategische Reserven gelagert, warum das Lager erweitert werden soll ist bislang aber unklar. Viele Bürger von Temmels machen sich Sorgen. Eine Einwohnerin befürchtet bei einem möglichen Brand oder einer Explosion am Tanklager ein "pures Inferno".
Auch Arnold Steinmetz, der seit 75 Jahren in Temmels lebt, ist wütend wegen der Erweiterungspläne. Es reiche nicht aus, sich auf kommunaler Ebene oder bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung zu beschweren, sagt er. Die Bundesregierung müsse ein Machtwort sprechen.
Bürgermeisterin schlägt Alarm
Ortsbürgermeisterin Doris Köbernik (SPD) sorgt sich ebenfalls wegen der Erweiterungspläne. Sie möchte verhindern, dass das Öllager vergrößert wird.
Ein Unglück wäre natürlich für Temmels ein Fiasko.
Köbernik befürchtet schwerwiegende Folgen für den Ort. Ein Brand an den großen Tanks könnte zu einer Katastrophe führen. "Und das wäre natürlich für Temmels ein Fiasko", sagt die Bürgermeisterin. Sie geht im schlimmsten Fall davon aus, dass Temmels evakuiert werden muss.
Deshalb will sie nun gegen die Pläne der Firma TankLux vorgehen. Köbernik hat bereits Abgeordnete im Bundestag, im Landtag und im EU-Parlament über das Problem informiert.
Moselorte gemeinsam gegen Tanklager
Doris Köbernik steht mit ihrer Kritik nicht allein. Sie wird von ihren Amtskolleginnen und Amtskollegen aus den deutschen und luxemburgischen Nachbargemeinden sowie von der Verbandsgemeinde Konz unterstützt. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben sich in einer gemeinsamen Erklärung klar gegen die geplante Erweiterung ausgesprochen. Bei einem Brand oder einer Explosion befürchten sie verheerende Folgen für die Menschen in Temmels.
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Die Nachbargemeinden auf deutscher und luxemburgischer Seite wollen jetzt gemeinsam gegen die Pläne vorgehen. Problem für die deutschen Kommunen: Viele der Unterlagen, die die luxemburger Behörden zur Verfügung gestellt haben, liegen zum Teil nur in französischer Sprache vor. Die Gemeinden dürfen die Unterlagen bis Januar prüfen, sagt Doris Köbernik. Der Zeitdruck sorgt für Ärger. Zudem hat die luxemburgische Seite eine Fristverlängerung abgelehnt.
Bürger wollen sich gegen Pläne einsetzen
Für Doris Köbernik ist klar: "Wir müssen die Pläne verhindern." Eine entsprechende Petition gibt es bereits. Thomas Dietz war vor vielen Jahren Mitglied des Ortsgemeinderats, als es schon einmal um eine Vergrößerung des Tanklagers in Mertert ging. Damals ging er zusammen mit den Bürgern von Temmels auf die Straße und demonstrierte: 2019 legte TankLux seine Pläne auf Eis. Man sei sich damals sicher gewesen, dass das Thema gestoppt worden sei, sagt Dietz.