Auf den Schock folgt die Aufarbeitung und das Aufräumen: Am Montag nach der Explosion in dem Haus mit Wohnungen und einem Döner-Imbiss läuft die Ursachenforschung. Die Ermittlungen dauerten an, hieß es von der Polizei in Koblenz. Bei den Aufräumarbeiten ist für die Verantwortlichen jetzt außerdem der Daadenbach von großem Interesse, der direkt hinter der Unglücksstelle fließt.
Hochwassergefahr: Trümmer müssen aus Daadenbach heraus
Zurzeit werden Trümmerteile aus dem Daadenbach geborgen. Die Wucht der Explosion hatte die Trümmer in den Bach geschleudert. Laut Helmut Stühn (parteilos), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf, sind die Arbeiten notwendig, damit sich der Daadenbach bei einem Starkregen nicht aufstaue.
Zivilcourage nach Explosion Dieser Mann rettete den 15-Jährigen aus den Trümmern in Daaden
Im Internet wird Dirk Kosbab als Held gefeiert. Er zögerte keine Sekunde, als er die Hilfeschreie aus dem brennenden Haus hörte. Für ihn war das aber selbstverständlich.
Arbeiten am Bach in Daaden können schwierig werden
Nach Angaben der Verbandsgemeinde ist das Bachbett hinter dem Unglückshaus schwer zugänglich. Durch die Explosion sei der Untergrund zudem stellenweise instabil geworden. Deswegen müsse der Bagger über das Grundstück des Rathauses anfahren, so Stühn.
Die Bergung wird von der Kreisverwaltung Altenkirchen als unterer Wasserbehörde beaufsichtigt. In Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf führt ein Unternehmen die Bergung durch, das ohnehin einen Zeitvertrag mit der VG hat. "Die sind in der Lage, die Arbeiten kurzfristig in Angriff zu nehmen", versichert Helmut Stühn.
Jugendlicher bei Explosion schwer verletzt
Die Explosion ereignete sich am Donnerstag um kurz nach 16 Uhr in der Betzdorfer Straße. Das Haus stand sofort in Flammen und stürzte wenig später ein. Ein 15-jähriger Jugendlicher wurde schwer verletzt und mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Laut VG-Bürgermeister Stühn ist sein Zustand inzwischen stabil.
Zwei Menschen wurden zudem leicht verletzt, so die Polizei. Fünf weitere Personen erlitten einen Schock oder ein Knalltrauma.
Telekom: Gasleitung bei Glasfaserarbeiten beschädigt
Die genaue Ursache der Explosion ist bis jetzt nicht geklärt. In dem Bereich wurden am Donnerstag laut der zuständigen Telekom Bauarbeiten am Glasfasernetz durchgeführt. Dabei sei die Gasleitung beschädigt worden. Wie bei solchen Arbeiten nicht unüblich, sei eine sogenannte "Erdrakete" eingesetzt worden. Sie wird unter der Erde durchgeschossen, um einen Hohlraum für die Kabel zu schaffen.
Die entsprechenden Genehmigungen für diese Arbeiten wurden laut Telekom zuvor bei den zuständigen Behörden eingeholt und lagen vor. Die Ermittler müssen jetzt klären, wie es zur Beschädigung der Gasleitung kommen konnte. Laut Polizei konzentrieren sie sich darauf herauszufinden, ob es zu einem strafbaren Verhalten gekommen ist. Von der Telekom heißt es: "Wir unterstützen die Staatsanwaltschaft und die ermittelnden Behörden vollumfänglich. Diesen Ermittlungen werden wir nicht vorgreifen."
Gasgeruch bei Bauarbeiten in der Straße in Daaden
Ein Bauarbeiter auf der Straße vor dem Haus hatte laut Feuerwehr am Donnerstagnachmittag den Gasgeruch wahrgenommen. Er habe anschließend den Gasversorger und auch die Feuerwehr verständigt.
Daraufhin seien Mitarbeiter der Westerwald-Netz in der Betzdorfer Straße gefahren. Sie seien bereits vor Ort gewesen, als es zu der Explosion kam, teilte das Unternehmen mit. Auch sie gehören zu den Verletzten.
Erster Beigeordneter von Daaden: "Es war ein lauter Knall"
Nach Angaben des Ersten Beigeordneten des Ortes, Timo Lindinger (SPD), gab es gegen 16:15 Uhr einen Knall, der im Ort deutlich zu hören und zu spüren war. Lindinger hielt sich nach eigenen Angaben zu dem Zeitpunkt im Rathaus auf, circa 30 Meter neben dem zerstörten Haus.
Dort bekam auch der VG-Bürgermeister die Explosion mit. Stühn sagte, er habe eine Warnmeldung von der Leitstelle wegen eines Gasaustritts erhalten, kurz danach habe es eine laute Explosion und eine Druckwelle gegeben: "Dann habe ich Trümmerteile durch den Garten der Nachbarn fliegen sehen."