Ein Verbotsschild und eine Bake zeigen, dass es hier für Autofahrer nicht mehr weiter geht. Dahinter endet die Autobahn im Nichts. Meterhohe Gräser wuchern dort.
So sieht es an der Anschlussstelle Kelberg in der Vulkaneifel aus, an der die A1 vorerst endet. Wer in Richtung Köln weiterfahren will, muss zunächst abfahren und durch kleine Orte hindurch, bis es bei Blankenheim in Nordrhein-Westfalen wieder auf die Autobahn geht.
Millionen-Projekt A1-Lückenschluss
Seit Jahrzehnten gibt es die Idee, diese 25 Kilometer lange Lücke der A1 zu schließen. Unternehmen aus der Eifel hatten das immer wieder gefordert. Auch viele Anwohner in Dörfern wie Dreis-Brück, durch die Fahrzeuge wegen des fehlenden Autobahnabschnitts durchfahren müssen, hatten sich für den A1-Lückenschluss ausgesprochen.
Das Bundesverkehrsministerium geht davon aus, dass der Ausbau der Autobahn fast 730 Millionen Euro kosten wird. Derzeit befindet sich der Streckenabschnitt in Rheinland-Pfalz im sogenannten Planfeststellungsverfahren. Das bedeutet, dass geschaut wird, ob die Autobahn ausgebaut werden kann. In Nordrhein-Westfalen ist das Vorhaben noch nicht so weit.
BUND klagt gegen Autobahnausbau
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen das rheinland-pfälzische Planfeststellungsverfahren zum A1-Lückenschluss geklagt. Die Richter verhandeln jetzt darüber, ob die Autobahn in Rheinland-Pfalz ausgebaut werden darf oder nicht. Das Urteil soll dem Gericht zufolge erst in zwei Wochen, etwa Mitte fallen.
Sorge um bedrohte Arten im Ahrgebirge
Die Umweltschützer wollen eigenen Angaben nach verhindern, dass die Autobahn erweitert wird. Sie befürchten, dass der Ausbau die Natur gefährdet.
"Die geplante Autobahnstrecke verläuft durch das Vogelschutzgebiet Ahrgebirge im Norden von Rheinland-Pfalz. Dort leben bedrohte Vogelarten", sagt Simon Lang vom BUND-Kreisverband Ahrweiler.
Zudem kritisiert der BUND, dass in den bisherigen Planungen zum A1-Lückenschluss die Gewässer nicht ausreichend geschützt werden. "Das Baugebiet ist durchzogen von kleinen Quellen und Bächen. Sie wurden in dieser Prüfung nicht wirklich berücksichtigt", so Lang weiter.
EuGH-Urteil: Mehr Schutz für Wildvögel
Rückenwind bekommen die Umweltschützer durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg. Die Richter hatten im August entschieden, dass heimische Wildvögel in der Europäischen Union besonders geschützt werden müssen.
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Wir haben diese Entscheidung aus Luxemburg sehr positiv aufgenommen.
Das Bundesverwaltungsgericht hatte den Prozessbeginn zum A1-Lückenschluss von Juni auf November verschoben, um das Urteil des Europäischen Gerichtshofs abzuwarten. "Wir haben diese Entscheidung aus Luxemburg sehr positiv aufgenommen", sagt Simon Lang vom BUND-Kreisverband Ahrweiler.
BUND für Alternativroute
Die Umweltschützer sind aber auch der Ansicht, dass sich an der Verkehrssituation in der Eifel grundsätzlich etwas verändern muss. "Wir können die Sorgen der Autofahrer und der umliegenden Orte sehr gut nachvollziehen", betont Lang.
Statt des A1-Lückenschlusses schlägt der BUND vor, eine bereits bestehende Straße weiter auszubauen: "Die B51 könnte mit einfacheren Maßnahmen erweitert werden", so Umweltschützer Lang. Der Verband kritisiert, dass in den bisherigen Planungen zu wenige Alternativen geprüft worden seien.