Die Demokratie ist unter Druck. Populisten sind auf dem Vormarsch, die diese am liebsten abschaffen würden - das ist keine Fiktion, sondern längst bittere Wahrheit. Artikel 5 und Artikel 20 des Grundgesetzes legen das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Demokratieprinzip fest. Sie sind die wichtigsten verfassungsrechtlichen Grundlagen für die Arbeit der Medien. Auch für den SWR und die anderen ARD-Anstalten.
Was gehört zu einer guten Meinungsbildung?
Doch verteidigen wir Medien dieses Grundrecht auch genügend? Sorgen wir denn dafür, dass Bürgerinnen und Bürger ausgewogen, neutral und vielschichtig informiert werden, damit sie sich als mündige Menschen auch gut ihre eigene Meinung bilden können? Und wie müssen wir diese Grundrechte wahren?
Verlieren wir tatsächlich an Glaubwürdigkeit, wie oft behauptet wird? Und wenn ja, woran liegt es? An einem veränderten Mediennutzungsverhalten? An einer Nachrichtenmüdigkeit? Oder gar an einer Angst vor weiteren, schlechten Nachrichten, die mich als Nutzerin oder Nutzer nur runterziehen'?
Mehr Fokus auf Bürgerinnen und Bürger
Diese und viele andere wichtige Fragen haben 60 Journalistinnen und Journalisten aus ganz Deutschland drei Tage lang bei einer Fachtagung im Saalbau in Neustadt an der Weinstraße diskutiert. Eine der entscheidenden Ergebnisse vieler Fach-Workshops, Vorträge und Inputs war sicherlich, dass Medien vor allem noch stärker auf die Themen ihrer Leser, Nutzer, Hörer und Zuschauer eingehen müssen. Der ARD-Vorsitzende, Florian Hager, Intendant des Hessischen Rundfunks, betonte, der Fokus muss auf den Themen der Menschen liegen und nicht darauf, ob eine Berichterstattung mehr nach links oder rechts in einem politischen Spektrum zu verorten ist.
SWR "Vor Ort" vor den Landtagswahlen
Der SWR geht da bereits neue Wege. Zum Beispiel, indem die Regionalstudios, ob in Kaiserslautern, Ludwigshafen, Koblenz, Trier oder Mainz in ihrer Reihe "Vor Ort" in Dörfer, Kreise und Städte fahren, um direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. "Wir wollen wissen, was die Menschen in unserem Berichterstattungsgebiet beschäftigt und bewegt", betonte daher auch der Leiter des Studio Ludwigshafen, Hartmut Reitz, bei der Vorstellung des bürgernahen Formats.
Ein Format, das gerade jetzt vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg fortgesetzt werden soll, um die Bürgerinnen und Bürger direkt zu fragen "Wo drückt der Schuh?", "Was macht euch zu schaffen?" - aber auch "Was läuft bei euch auch richtig gut und wo kann man sich bei euch gute Ideen abschauen?".
Aufklärung über Fake-News an Schulen
Auch Demokratie wahrend: Medienbildung in Schulen. Etwa das Format "SWR macht Schule". Immer wieder gehen Medienmacherinnen und Medienmacher des SWR in Schulen und erklären, was sind eigentlich 'Fake-News', also erfundene Nachrichten und Geschichten. Wie erkennt man KI-generierte Bilder und Videos? Wie schaffe ich es, verlässliche Nachrichtenquellen zu finden? Und wie arbeiten seriöse Medien überhaupt?
Bei den SWR Zukunftstagen wurde klar, in einer Welt, in der sich gerade junge Menschen nur noch bei Instagram und Tik Tok informieren, spielt Medienbildung eine zentrale Rolle bei der Demokratiewahrung - denn gerade in den sozialen Medien werden viele Falschinformationen verbreitet. Und Populisten nutzen diese besonders intensiv, um "Fake-News" zu verbreiten. Zugleich müssen alle seriösen Medien noch mehr Formate auf "Social Media" anbieten, damit guter und neutraler Journalismus als Grundlage der eigenen Meinungsbildung den Weg zu allen Bürgerinnen und Bürgern findet.