Mit dem Rüdesheimer Wolfsrudel aus Hessen ist mittlerweile ein sechstes Wolfsrudel auch in Rheinland-Pfalz aktiv. Nachweise des Rudels gibt es im Rhein-Lahn-Kreis, wie der Leiter des Koordinationszentrums Luchs und Wolf (Kluwo) des Landes RLP, Julian Sandrini, mitteilte.
Zwischen Bad Ems-Nassau und Loreley aktiv
Grundlage seien Bilddaten aus den Verbandsgemeinden Bad Ems-Nassau und Loreley über mehrere Monate in diesem Jahr. Zudem gebe es in dem Gebiet eine genetisch einmalige Erfassung eines Wolfs namens "GW4466m", der ein Nachkomme des Rüdesheimer Rudels sei.
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Wegen der "mittlerweile regelmäßigen Aktivitäten" könne das Rudel nun als grenzüberschreitendes sechstes Rudel eingestuft werden, das ganz oder teilweise in RLP unterwegs ist, sagte Sandrini.
Weitere Wolfsrudel in Westerwald, Hochwald und Hessen aktiv
Weitere Rudel gibt es laut Kluwo in den Regionen Leuscheid, Hachenburg und Puderbach (Westerwald), im Hochwald sowie in Greifenstein (Hessen). Das grenzüberschreitende Greifensteiner Rudel sei seit dem Jahreswechsel 2025/2026 bekannt.
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Das Kluwo geht aktuell von elf etablierten, erwachsenen Wölfen aus, die ganz oder teilweise in RLP leben. Hinzu komme ein Einzelwolf namens "GW4433m", der Gebiete in den Kreisen Bad Kreuznach, Kusel und Birkenfeld nutze.
Welpen und säugende Fähen in mehreren Rudeln
Nach Angaben des Kluwo gibt es zudem gesicherte Erkenntnisse über Nachwuchs. Im Leuscheider Rudel sei in diesem Jahr eine säugende Fähe über eine Fotofalle bestätigt worden. Außerdem sei ein diesjähriger Welpe nach einem Unfall im Straßenverkehr gefunden worden.
Auch im Hochwald-Rudel sei eine säugende Fähe durch Bildmaterial belegt worden. Im Puderbacher Rudel seien im laufenden Jahr mithilfe einer Wildkamera drei Welpen nachgewiesen worden.
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Anhand der bisherigen Datenlage breite sich der Wolf langsam und punktuell mit Schwerpunkt im Westerwald aus, sagte Sandrini. "Der Wolf besiedelt Rheinland-Pfalz bisher nicht schlagartig." Eine Neugründung eines Rudels im laufenden Jahr sei grundsätzlich möglich, konkrete Daten dazu lägen aber nicht vor.
122 Wolfsnachweise bis Anfang Juli
Bis Anfang Juli gab es landesweit 122 gesicherte Wolfsnachweise. Im Vorjahreszeitraum waren es 149. Die Zahl sei damit auf einem ähnlichen Niveau geblieben, da die Kernreviere stabil besetzt seien und vor allem dort Nachweise erbracht würden.
Im vergangenen Jahr wurden 45 Übergriffe von Wölfen mit insgesamt 206 geschädigten Tieren registriert. Betroffen waren 160 Schafe oder Ziegen, 45 Stück Damwild und ein Kalb. 2024 waren es 29 Übergriffe mit 125 geschädigten Tieren, darunter 100 Schafe oder Ziegen, 22 Stück Damwild, zwei Esel oder Pferde sowie ein Kalb.
Die Ausgleichszahlungen beliefen sich 2025 auf rund 43.000 Euro. Im Vorjahr lagen sie bei fast 20.000 Euro.