Proberodung nennen die Fachleute diese kleine, sehr frühe Ernte von Zuckerrüben, um festzustellen, wie es den Rüben geht und welche Erntemengen zu erwarten sind. Dieses mal dürfte sich aber so mancher Zuckerrübenbauer tatsächlich überlegen, seine Rüben eher zu roden und nicht zu ernten.
Deutlich weniger Zuckerrüben als vor einem Jahr
Die aus der Proberodung errechnete Prognose zeigt, dass die Erntemenge in diesem Jahr katastrophal werden könnte. Im vergangenen Jahr wurden in Rheinland-Pfalz und Südhessen 74 Tonnen Zuckerrüben pro Hektar geerntet. Nach der Prognose rechnet der Zuckerrübenverband für dieses Jahr mit gerade noch 66 Tonnen pro Hektar
Die rheinhessischen Zuckerrübenbauern sind noch schlimmer dran
Für Rheinhessen sind die Aussichten allerdings noch düsterer, denn hier ist es extrem trocken zurzeit und Regen ist keiner in Sicht. Deshalb rechnet Christian Lang, Geschäftsführer des hessisch-pfälzischen Zuckerrübenverbandes, in Rheinhessen mit noch kleineren Mengen: "Nach den Proberodungen gibt es Gebiete in Deutschland, in denen die Mengen zwischen 40 und 45 Tonnen pro Hektar liegen. Ich fürchte, dazu gehört auch Rheinhessen."
Kein Regen in Sicht in Rheinhessen
Und nicht nur das: Laut Lang fließt in die Prognose automatisch eine gewisse Menge an Regen in den nächsten Wochen ein. Dadurch werde die Erntemenge automatisch ein bisschen optimistischer geschätzt. "Aber weit und breit ist in den nächsten zwei Wochen kein Regen in ausreichender Menge in Sicht", so Lang weiter.
Zikaden übertragen Krankheiten auf die Zuckerrüben
Nicht nur die Trockenheit bereitet den Rüben Probleme, auch Krankheiten breiten sich immer weiter aus. "Es gibt in ganz Rheinland-Pfalz keine Rübe mehr, die nicht krank ist", sagt Christian Lang.
Es gibt in ganz Rheinland-Pfalz keine Zuckerrübe mehr, die nicht krank ist. Sie werden keine finden.
Die Krankheiten würden durch kleine Insekten, die Zikaden, verbreitet und schädigten die Rübe. Das könne sogar auf einzelnen Feldern zum Totalverlust der Ernte führen, so Lang.
Kranke Zuckerrüben können sich nicht regenerieren
In der besonderen Situation in diesem heißen Sommer bedeutet das aber vor allem, dass sich die kranken Rüben nicht mehr richtig regenerieren können. In früheren Jahren hieß es, wenn nach einer Trockenphase wieder Regen falle, erhole sich dadurch die Zuckerrübe. "Eine befallene Zuckerrübe kann das aber nicht mehr in vollem Umfang", so Christian Lang. Das Jahr 2026 werde ein extrem schwieriges Jahr für die Zuckerrübenbauern.
Steigt der Preis für ein Kilo Zucker im Supermarkt?
Wie sich die Erntemenge auf den Zuckerpreis im Laden auswirken wird, sei noch nicht absehbar. Gleiches gilt für den Verdienst der Anbauer. Mit der sogenannten Proberodung beginnt die Erntezeit für die Zuckerrüben, der Höhepunkt der Ernte dürfte in Rheinhessen wieder im Herbst und Winter liegen.