Freiwillig das Handy mal abschalten

Uni Mainz: Wer aufs Handy verzichtet, fühlt sich wohler

Eine Studie, an der eine Mainzer Wissenschaftlerin beteiligt war, hat jetzt gezeigt: Wer freiwillig mal auf Handy oder Laptop verzichtet, hat eine bessere Stimmung. Allerdings nicht lange.

Teilen

Stand

Von Autor/in Wolfgang Seligmann

Menschen, die bewusst eine Zeitlang Abstand vom Smartphone nehmen, fühlen sich energetischer und stärker mit anderen verbunden. Außerdem steigt ihre Stimmung. Das ist das Ergebnis einer Studie, an der Alicia Gilbert, Kommunikationswissenschaftlerin an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität, mitgearbeitet hat.

Smartphone-Verzicht: kein Druck von außen

Allerdings, so Gilbert, halte die bessere Stimmung nur wenige Stunden an, der Zusammenhang sei also eher klein. Wichtig dabei sei aber auch, dass der Verzicht auf digitale Medien freiwillig erfolge und nicht auf Druck von außen.

Basiert die Digital Disconnection auf einer eigenen Entscheidung oder wird sie als solche wahrgenommen, ist der Benefit für das Wohlempfinden höher.

Das Wohlempfinden sei dann höher, sagte Gilbert. Wenn Leuten dagegen vorgeschrieben werde, sich vom Handy fernzuhalten, könne sich das sogar negativ auf die Stimmungslage auswirken. Gilbert schließt daraus, dass es wichtig sei, Mediennutzung frei gestalten zu können.

Handy mal in den Flugmodus schalten

Die Stimmung der Probanden stieg auch, wenn sie ihr Smartphone abschalteten, ein anderes Gerät, wie zum Beispiel ein Laptop, aber weiter nutzten. Die "Digital Disconnection" und eine Mediennutzung fand also häufig gleichzeitig statt. Gilbert schließt daraus, dass auch kleinere Ansätze, wie das Stummschalten von Benachrichtigungen oder das zeitweise Einschalten des Flugmodus am Handy, positive Effekte haben kann.

Studie der Unis Mainz und Nürnberg-Erlangen

Für die Studie, die zusammen mit einem Forscherteam der Universität Erlangen-Nürnberg, erstellt wurde, waren 250 junge Erwachsene zwei Wochen lang mehrmals täglich zu ihrem Online-Verhalten befragt worden.

Psychologie Swipen durch Online-Videos verstärkt Langeweile

Durch Videos zu swipen soll Langeweile vertreiben. Doch das kann kontraproduktiv sein. Das Durchscrollen durch Online-Videos verstärkt Langeweile eher, zeigt eine neue Studie.

Impuls SWR Kultur

Offline? Oh nein! Mission Handy · 08 | Unterricht

Schüler:innen lernen, Handys in Maßen und verantwortungsvoll zu nutzen. Sie werden für Folgen übermäßigen Handykonsums sensibilisiert.

Mainz

Woher kommt mein Name? Forscherteam aus Mainz legt Datenbank mit Nachnamen an

Namenforscher der Akademie für Wissenschaften und Literatur legen ein Online-Wörterbuch an, in dem jeder seinen Nachnamen nachschlagen kann. Wo kommt er her? Wie verbreitet ist er?

SWR4 am Nachmittag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Wolfgang Seligmann

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!