Wer an einer Bahnstrecke lebt, kennt dieses laute Hupen mitten in der Nacht. Dabei handelt es sich nicht um einen Lokführer, der Anwohnern einen Streich spielen möchte, sondern um ein automatisches Warnsystem für Bauarbeiter, die an der Strecke zu tun haben.
Es besteht aus einer 800 Meter langen Signalanlage, die auch "Rottenwarnanlage" genannt wird. Dieses Gehupe sorgt dafür, dass die Bautrupps vor Zügen gewarnt werden, die sich zum Beispiel auf dem Nachbargleis nähern.
Diese Warnanlagen sind bis zu 800 Meter lang und haben alle 30 Meter ein Signalhorn, welches das akustische Warnsignal abgibt. Dieses muss lauter als die Geräusche der Baumaschinen sein, damit es während der Arbeiten für alle Beschäftigten gut hörbar ist.
Und dieser Warnton wird nach Angaben der Deutschen Bahn zwischen Budenheim und Mainz bis zum 30. Januar immer wieder nachts zu hören sein. Die Bauarbeiten seien notwendig, weil das Stellwerk in Mainz digitalisiert werde.
Über Kopfhörer darf nicht gewarnt werden
Jetzt könnte man sich fragen, warum dieses Signal nicht einfach auf die Kopfhörer in den Helmen der Arbeiter gesendet wird. Dazu schreibt die Deutsche Bahn: "Diese Art des Warnsystems ist nicht für Arbeiten mit Baumaschinen erlaubt." Das gehe nur bei punktuellen Arbeiten - zum Beispiel bei Grünschnittarbeiten.
An der Bahnstrecke sind auch Rammgeräte und Bagger im Einsatz
Neben diesem Signalton ist auch immer mal wieder ein lautes Hämmern zu hören. Das liegt daran, dass mit Hilfe von Rammgeräten Pfähle in den Boden eingelassen werden, die später für Signale gebraucht werden. Nach Angaben der Deutschen Bahn müssen zudem Kabel unter die Erde gelegt werden. Dafür sind Bagger im Einsatz, die ebenfalls Krach machen.
Ausfälle und Umleitungen Bauarbeiten der Bahn rund um Mainz gehen in die heiße Phase
Die Deutsche Bahn erneuert seit Ende November Gleise, Weichen und Technik rund um den Mainzer Hauptbahnhof. Ab heute müssen Zugreisende mit deutlichen Behinderungen rechnen.
Lärm verlagert sich bis Ende Januar
Einen kleinen Trost gibt es aber für die Anwohnerinnen und Anwohner: Das Ganze ist eine Wanderbaustelle. Das bedeutet, dass der nächtliche Lärm langsam weiterzieht und nicht immer am gleichen Ort zu hören ist.
Der genaue Streckenabschnitt um den es geht, befindet sich nach Angaben der Deutschen Bahn zwischen der Siedlung "Am Heidesheimer Weg" in Budenheim und dem Mainzer Nordbahnhof.