Der Flughafenbetreiber Fraport hatte vor wenigen Wochen verkündet, man wolle künftig bestimmte Abflugrouten viel häufiger nutzen, als im Planfeststellungsbeschluss vereinbart. Das hatte für viel Ärger gesorgt, zum Beispiel in Mainz.
Fluglärmkommission war nicht informiert
Das Vertrauen sei erheblich erschüttert worden, teilte die Fluglärmkommission nach der Sitzung am Donnerstag mit. Sie lehne das Konzept in seiner jetzigen Form ab. Fraport und die Deutsche Flugsicherung hatten die Kommission zuvor nicht darüber informiert, künftig mehr Flugzeuge über die Nordwestrouten starten zu lassen.
Kommunen wollen erneute Prüfung
In der Kommission sitzen die vom Lärm des Flughafens besonders betroffenen Kommunen, unter anderem Flörsheim, Raunheim und auch Mainz. Sie fordern nun den Flughafenbetreiber Fraport und die Deutsche Flugsicherung auf, das geplante Betriebskonzept noch einmal zu überprüfen. Das umstrittene Konzept würde in Mainz vor allem die Stadtteile Neustadt und Mombach mit mehr Fluglärm belasten.
Stadt Mainz kritisiert Fraport
Die Mainzer Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) sagte, sie befürchte, dass es mehr Lärm über Mainz geben werde, wenn die Nordwestrouten verstärkt genutzt würden. Steinkrüger ist stellvertretende Vorsitzende der Fluglärmkommission und war bei der Sondersitzung heute dabei. Am Mittwoch hatte der Mainzer Stadtrat mit breiter Mehrheit eine Resolution gegen den zunehmenden Fluglärm beschlossen und Steinkrüger gebeten, gegen die Pläne von Fraport zu protestieren.