Das große Problem: Im Waldgebiet war sehr viel Weltkriegsmunition verstreut. Das Feuer löste mehrere Explosionen dieser Munition aus. Der Ort Traisen musste zeitweise evakuiert werden. Spezielle Löschroboter kamen zum Einsatz, weil die Feuerwehrleute nicht ohne Lebensgefahr im Wald löschen konnten. Erst am 2. Juli kam die offizielle Meldung, die letzten Glutnester seien gelöscht, das Feuer ist aus.
In Traisen hat niemand mehr Angst
Rund drei Monate liegt dieses Feuer jetzt zurück. In Traisen herrscht wieder Normalität, doch die Bewohnerinnen und Bewohner haben die Ereignisse nicht vergessen.
Anwohnerin Karin Hölzer sagte dem SWR, wenn die Sirenen losgingen, denke sie unwillkürlich: Hoffentlich ist nicht wieder etwas passiert. Carsten Schubert aus Traisen erklärt, er habe keine Angst mehr. "Ich bin froh, dass das alles damals so glimpflich abgelaufen ist und dass das die Dorfgemeinschaft weiter gestärkt hat." Und Karin Hölzer ergänzt: "Und wie das damals alles gelaufen ist, hat toll funktioniert."
Das war der Liveblog zum Großbrand im Kreis Bad Kreuznach Waldbrand am Rotenfels - letzte Löscharbeiten
Der Waldbrand im Kreis Bad Kreuznach ist unter Kontrolle. Die Menschen in Traisen sind zurück. Die ersten Feuerwehren sind abgerückt - wir beenden damit den Blog.
Wo liegt im Wald am Rotenfels noch Weltkriegsmunition?
Dieser Meinung ist auch Bettina Dickes, die Landrätin des Kreises Bad Kreuznach und damit verantwortlich für den Katastrophenschutz. "Es ist gut gelaufen, dank der vielen, vielen Einsatzkräfte und Helfer". Womit die Landrätin allerdings unzufrieden ist: dass sie nach wie vor kein Kartenmaterial bekommen hat, das die Gebiete zeigt, in denen die Weltkriegsmunition liegt. "Wir müssen diese Karten haben. Die können Menschenleben schützen."
Wir wissen jetzt, dass es solche Karten gibt. Deswegen wollen wir sie haben, das kann Menschenleben schützen.
Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat solche Karten, hält sie aber unter Verschluss, damit sie zum Beispiel nicht irgendwelchen Munitionssammlern in die Hände fallen. "Wir sind gerade in Gesprächen mit dem Innenministerium, um das Kartenmaterial zu bekommen. Ich verstehe, dass man mit so etwas vorsichtig umgehen muss, aber zumindest dem Katastrophenschutz und den Wehrleitern sollten diese Informationen zur Verfügung stehen", so die Landrätin.
Waldbrand am Rotenfels Alte Munition in Wäldern in Rheinland-Pfalz: So groß ist die Gefahr
Weltkriegsmunition hat die Löscharbeiten beim Waldbrand am Rotenfels bei Bad Kreuznach erheblich erschwert. Und auch in anderen Regionen von RLP liegen noch Kampfmittel.
Waldbrand hat heftige Spuren hinterlassen
Die Waldwege, die noch Wochen nach dem Feuers aus Sicherheitsgründen gesperrt waren, sind wieder freigegeben. Wer dort wandert, sieht, was der Brand angerichtet hat. Auf 35 Hektar hat das Feuer gewütet. Der Boden ist schwarz, Bäume stehen wie Gerippe im Wald. Viele Bäume sind unrettbar verloren, sagt Konrad Leicht, Forstamtsleiter Soonwald: "Insbesondere bei den Nadelbäumen sieht man, dass sie abgestorben sind. Das war ein Vollfeuer, das von der Wurzel bis zu Krone gebrannt hat."
Wälder mit Nadelbäumen brennen besonders leicht, erklärt Konrad Leicht weiter. Das liege an den Tannenzapfen, den abgestorbenen Ästen, den Nadeln auf dem Boden und den ätherischen Ölen im Harz.
Bis zu 100 Jahre braucht der Wald zur Erholung
Aber es gibt auch Hoffnung. "Die ersten kleinen Eichen haben zu wachsen begonnen und die ersten Brombeeren besiedeln wieder den Boden im Brandgebiet", sagt Förster Leicht. Hinzu kämen neue Pflanzen, die die Natur in das Gebiet bringe, zum Beispiel Esskastanien, Vogelbeeren oder Salweiden. Aber: "Bis wir wieder einen Wald haben wie vor dem Feuer werden bestimmt 80 bis 100 Jahre vergehen."