Als bei Bauarbeiten Anfang der 80er Jahre die Römervilla in Bad Neuenahr-Ahrweiler entdeckt wurde, wurden die Wandmalereien erstmal abgebaut und eingelagert. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Artefakte bei den weiteren Ausgrabungen nicht beschädigt werden. Einige der Malereien wurden restauriert und wieder in die Römervilla gebracht.
Nicht alle Wandmalereien konnten direkt restauriert werden
Die bereits restaurierten Stücke sind also heute wieder für Besucher zugänglich. Damals konnten laut Museumsleiter Hubertus Ritzdorf aber nicht alle eingelagerten Fragmente sofort restauriert werden. Dafür hätten die Fördergelder gefehlt. Also blieben manche Malereien erstmal eingelagert und gerieten über die Jahre in Vergessenheit.
Eingelagerte Malereien erst vor kurzem wiederentdeckt
Auf alten Dias sind laut dem Museumsleiter damals die Wandmalereien und ihre Standorte dokumentiert worden. Diese seien aber länger nicht angeschaut worden. Im Zuge der Flutkatastrophe im Ahrtal wurden die Dias dann digitalisiert. Beim Betrachten der Dias habe der Gästeführer des Museums darauf hingewiesen, dass da ein Wandgemälde fehlt, das aber auf den Fotos zu sehen ist.
Nachdem er von der Existenz der Malereien erfahren hat, habe sich das Museum sofort auf die Suche nach den eingelagerten Teilen begeben. In einem kleinen Archivlager wurden sie dann fündig. Die Wandteile seien sehr unscheinbar verpackt gewesen, sagt der Museumsleiter.
Wandmalereien werden aktuell restauriert
Die Wandmalereien werden den Angaben zufolge aktuell unter anderem mit Fördergeldern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert. Laut Hubertus Ritzdorf sollen die Restaurationsarbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Anschließend sollen die Teile in die Römervilla zurückkehren. Voraussichtlich im Frühjahr 2027, nach der Winterpause der Römervilla, könnten Besucher die Malereien dann vor Ort besichtigen.
Interessierte müssen sich aber nicht bis zum Frühjahr gedulden. Der Künstler Wolfgang Kutzner hat im Auftrag des Museums ein weiteres Wandgemälde der Römervilla in Originalgröße nachgebildet. Im Gegensatz zu normalen Repliken jedoch nicht in seinem ursprünglichen Zustand, sondern wie es nach der Ausgrabung und 2.000 Jahren aussehen würde. Dabei handelt es sich laut Ritzdorf jedoch nicht um die Malereien, die aktuell restauriert werden.