Der Eingang zur Haltestelle "Rathaus" in Ludwigshafen sieht aus wie eine Baustelle. Bauzäune, Paletten mit Baumaterial, Absperrband. Dennoch kann man ganz normal mit dem Fahrstuhl oder der Rolltreppe ein Stockwerk tiefer zu der Haltestelle im Tunnel gelangen.
Wenn die Helmut-Kohl-Allee in fünf Jahren fertig ist, wird es diese Haltestelle nicht mehr geben. Die Straßenbahn wird künftig anders verlaufen müssen. Da die Auffahrten zur Kurt-Schumacher-Brücke über den Rhein nach Mannheim komplett umgestaltet werden, müssen auch die Straßenbahnen ganz anders auf die Brücke geleitet werden.
Bau drei neuer Tunnel - bei laufendem Betrieb
Nach Angaben des Projektleiters für die Umgestaltung der Hochstraßen in Ludwigshafen, Eberhard Küssner, werden bei laufendem Straßenbahnbetrieb drei neue Tunnel gebaut. Sie werden alle unter der künftigen Helmut-Kohl-Allee verlaufen.
Ein Tunnel ist für die Straßenbahnstrecke Richtung Norden, einer für die Straßenbahnstrecke über den Rhein und einer wird für die Deutsche Bahn gebaut für die S-Bahnstrecke vom Hauptbahnhof zur BASF. Dieser soll einen bereits bestehenden Tunnel ergänzen.
Die Vorbereitungen beginnen bereits im April. Ab dann wird der Würfelbunker aus dem zweiten Weltkrieg neben der Hochstraße Nord abgerissen. Dort wird später die Bahnlinie nach Ludwigshafen Oppau wieder aus dem Tunnel ans Tageslicht kommen. Zunächst müssen noch sämtliche Reste des Rathauscenters abgetragen werden. Danach wird dort eine neue Haltestelle gebaut. An diese werden die beiden neuen Straßenbahntunnel angeschlossen.
Mehrere Monate kein Straßenbahnbetrieb
Dadurch dass die neuen Tunnel bereits bei laufendem Betrieb gebaut werden können, soll die Straßenbahnstrecke nur relativ kurz gesperrt werden. Trotzdem werden mehrere Monate lang keine Bahnen in Richtung Oppau fahren können. Richtung Mannheim werden sie ohnehin bereits ab Juli über die südliche Konrad-Adenauer-Brücke fahren.
Alte Tunnel werden verfüllt
Da die neuen Tunnel künftig unter der Helmut-Kohl-Allee verlaufen werden, muss alles, was unter dieser neuen Straße sein wird, zugeschüttet werden. Nur so ist der Untergrund stabil genug, sagen die Fachleute vom Tiefbauamt. Deswegen müssen auch Teile des Tunnels verfüllt werden, der jetzt noch genutzt wird. Zusätzlich muss auch ein Abschnitt eines alten Tunnels verfüllt werden, der noch eine Etage tiefer liegt. Dieser wurde schon seit Jahren nicht genutzt, ist aber immer noch da.
Was passiert mit der bisherigen Straßenbahn-Haltestelle?
Die jetzige Straßenbahnhaltestelle "Rathaus" wird überflüssig. Das Areal, wo heute noch die Hochstraße mit ihren Auf- und Abfahrten verläuft, sowie das gesamte Rathausgelände mit den Tunneln darunter, wird verkauft. Was dort mit den Tunneln geschieht, müssen spätere Investoren entscheiden.