Seit vier Jahren läuft die russische Vollinvasion auf die Ukraine. Das Land ist auf Spenden angewiesen - doch die werden zunehmend weniger. Auch in der Pfalz ist die Spendenbereitschaft zurückgegangen.
Weniger Spendenbereitschaft für Ukraine in Neustadt
Seit Anfang des Krieges unterstützt das Herz-Jesu-Kloster aus Neustadt die Ukraine: Zum Beispiel organisieren die Priester alle zwei Monate drei Hilfstransporte oder sie geben Gelder an die Caritas in Charkiw. Der Priester Gerd Hemken sagt, dass dafür 30.000 Euro im Monat notwendig seien.
Doch die Spenden seien rückläufig, meint der Priester aus Neustadt: "Am Anfang des Krieges kamen viele Menschen auf uns zu und boten ihre Hilfe an. Das ist heute nicht mehr so." Dadurch hätten sie auch einige Projekte stoppen müssen, sagt Hemken.
"Es hat in den letzten zwei, drei Jahren auch weltweit viele andere Krisen gegeben", erklärt Gerd Hemken. Da sei viel gespendet worden. "Und irgendwann hören die Spenden auf. Die Menschen sind müde geworden."
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Spenden für Ukraine in Bad Dürkheim zurückgegangen
Vor vier Jahren haben Menschen in Bad Dürkheim Bargeld an Ukrainer verteilt. Das ist heute nicht mehr so.
Auch die Ukrainerin Mila Küssner, die in Bad Dürkheim wohnt, hat gleich zu Beginn Spenden gesammelt und in die Ukraine geschickt. Sie erzählt: "Vor vier Jahren haben Menschen in Bad Dürkheim Bargeld an Ukrainer verteilt. Das ist heute nicht mehr so."
Küssner sagt, dass solche Bargeld-Spenden zwar rückläufig seien, sie aber in Bad Dürkheim gar nicht mehr gebraucht würden. Denn es kämen nicht mehr so viele Geflüchtete aus der Ukraine wie zu Beginn des Kriegs und es gäbe inzwischen genug staatliche Hilfen. Zudem würden sich die Ukrainer in Bad Dürkheim untereinander helfen.
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Behinderten-Zentrum in Lwiw bekommt genug Spenden
Der Augenarzt Michael Żaczkiewicz aus Bad Dürkheim organisiert Spenden für ein Behinderten-Zentrum in Lwiw. Der gebürtige Ukrainer berichtet, dass die Spenden aber von einigen wenigen Personen kämen, die seit Jahren regelmäßig Geld geben. Anders würde es nicht funktionieren.
Und das Geld sei wichtig: "Es ist notwendig, dass die Menschen in der Ukraine den Winter überstehen." Dafür konnte Żaczkiewicz genug sammeln: "Die Kinder waren versorgt und mussten nicht frieren, dank der großzügigen Spenden."
In Lwiw sind Strom und Internet laut Żaczkiewicz fast den ganzen Tag abgestellt. Die Menschen mit Behinderung würden deshalb viel Zeit im Luftschutzkeller verbringen. Bislang sei das Zentrum in Lwiw - zum Glück - aber nicht beschädigt worden, so Żaczkiewicz.
Mehr Spenden zum Jahrestag der russischen Invasion
Doch obwohl die Spenden an vielen Stellen weniger geworden sind, helfe die mediale Aufmerksamkeit zum Jahrestag des russischen Angriffskriegs, sagt Priester Herd Hemken aus Neustadt. Wer die schrecklichen Bilder im Fernsehen sehe, würde danach oft spenden.