"Durch die Hitze haben alle noch mehr Arbeit. Wenn es so heiß ist, sind alle eigentlich rund um die Uhr mit Bewässern beschäftigt", sagt Björn Wojtaszewski vom Pfalzmarkt. Die Ernteteams bewässern die Felder nachts und in den frühen Morgenstunden.
Beim Blumenkohl zum Beispiel werden außerdem Blätter über den Köpfen zusammengelegt, damit sie vor der intensiven Sonne geschützt sind und nicht gelb werden. "Jeder Tag eines Landwirts ist eine Herausforderung – nicht nur im Sommer. Aber durch ihre langjährige Erfahrung können sich die Betriebe gut an die Bedingungen anpassen", fasst Wojtaszewski zusammen.
Durch die Hitze haben alle noch mehr Arbeit. Wenn es so heiß ist, sind alle eigentlich rund um die Uhr mit Bewässern beschäftigt"
Ohne Wasser geht nichts in der Pfalz
Vor allem Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais bräuchten jetzt dringend Regen, teilt der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd mit. Die Pflanzen könnten Niederschläge in dieser Entwicklungsphase noch gut aufnehmen und verwerten.
Beim Getreide ist die Ernte dagegen fast abgeschlossen. Hier zeigt sich bereits, dass die Ernte in diesem Jahr geringer ausfällt als eigentlich erhofft.
Auch der Obstbau leidet unter der anhaltenden Hitze und Trockenheit, insbesondere dort, wo die Anlagen nicht bewässert werden können. Die Folge: Viele Früchte bleiben kleiner als die Größen, die der Handel verlangt. Der Gemüseanbau wäre ohne Bewässerung nicht möglich, heißt es vom Bauern- und Winzerverband.
So gehen Winzer mit den Hitzephasen um
Beim Weinanbau sei die Situation "noch im grünen Bereich", sagt Ulrich Fischer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz. Der Vorteil: Viele Weinreben seien bereits alt und ihre Wurzeln reichten tief genug in den Boden, um auch in Trockenphasen an Wasser zu gelangen. Junge Reben müssten dagegen regelmäßig bewässert werden.
"Dadurch, dass wir die Winzer aber gut informieren, haben die Trauben bislang noch keinen Sonnenbrand", erklärt Fischer. Das liege unter anderem auch daran, dass die Reben heute weniger stark entblättert werden. Das heißt: Es werden weniger Blätter über den Trauben entfernt, sodass sie besser vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt sind.
Anpassung in der Landwirtschaft und im Weinbau in der Pfalz
Die Landwirtschaft und der Weinbau stellen sich bereits auf den Klimawandel ein, heißt es vom Bauern- und Winzerverband. So werden inzwischen neue Rebsorten und mehr Hartweizen angebaut, die mit höheren Temperaturen besser zurechtkommen.
Gleichzeitig setzen viele Betriebe auf wassersparende Anbaumethoden. Auch die Forschung arbeitet an trockenheitstoleranten Sorten. Der Bauern-und Winzerverband geht davon aus, dass längere Trockenphasen künftig häufiger werden. Trotzdem seien Landwirte und Winzer gut darauf vorbereitet und hätten Erfahrung darin, sich an veränderte Bedingungen anzupassen.