Mehrere Autofahrer hatten die Polizei alarmiert, weil die Frau ihnen mit ihrem Pedelec auf der Überholspur entgegengekommen war. Ein Polizeisprecher sagte dem SWR, dass die Frau aus Litauen eigentlich zur Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb fahren wollte. Bei Heuchelheim (Rhein-Pfalz-Kreis) war sie über eine Behelfsausfahrt auf die A61 geraten, vermutet die Polizei. Diese Ausfahrten dürfen nur von Polizei- und Rettungsfahrzeugen genutzt werden.
Frau wendet Fahrrad auf der Autobahn
"Wir waren binnen drei Minuten an der Stelle, wo die Frau mit ihrem Rad noch immer auf der Autobahn unterwegs war", so der Polizeisprecher. "Allerdings hatte sie zu dem Zeitpunkt wohl schon ihren Irrtum bemerkt. Sie muss gewendet haben und fuhr in der richtigen Fahrtrichtung - allerdings immer noch auf der Überholspur."
Polizei-Streifen begleiten die Frau zurück von der A61
Die Frau sei sehr aufgeregt gewesen. Die Polizeibeamten geleiteten sie auf dem Standstreifen sicher zurück zur Behelfsausfahrt - ein Streifenwagen vorne und einer hinten. Die Polizei schätzt, dass die Frau nur etwa 400 Meter weit gekommen war. Von der Stelle, wo die Beamten sie aufgriffen, waren es nur noch rund 100 Meter bis zur Ausfahrt.
Wohl kein Strafverfahren
Es gibt auf jeden Fall eine Anzeige. Das Befahren der Autobahn entgegen der Fahrtrichung ist strafbar, wenn Autofahrer konkret gefährdet werden. Das scheint laut Polizei in diesem Fall aber wohl nicht so gewesen zu sein, zumindest hatte keiner der Anrufer erwähnt, dass es fast zu einem Unfall gekommen wäre. Demnach wird es wahrscheinlich kein Strafverfahren gegen die Frau geben. Allerdings wird die Führerscheinstelle über den Vorfall informiert. Die Frau hat nach Angaben des Polizeisprechers zwar keinen Führerschein, aber falls sie mal einen in Deutschland machen sollte, werde bei ihrer Ausbildung das Thema "Befahren von Autobahnen" sicherlich nochmal besonders geschult, sagte der Sprecher schmunzelnd. Die Radfahrerin hatte sich wahrscheinlich am meisten selbst gefährdet.