Erster Prozesstag am Landgericht Landau. Auf der Anklage-Bank der Kopf einer Bande, die in Landau vor zwei Jahren zahlreiche Briefe und Rechnungen aus Briefkästen geklaut und manipuliert haben soll. Der Anwalt des Angeklagten fragt den Staatsanwalt, was er sich denn für ein Strafmaß vorstelle.
Anklage wegen Körperverletzung, Diebstahl, Betrug, Raub und Erpressung
Der Staatsanwalt antwortet: "Allein fünf Jahre wegen der besonders schweren Erpressung". Insgesamt käme aber deutlich mehr zusammen.
Die Vorwürfe gegen den Angeklagten umfassen bandenmäßigen Betrug, bandenmäßigen Diebstahl, schwere Körperverletzung, versuchten schweren Raub und versuchte räuberische Erpressung. Der Angeklagte sitzt bei dem Gespräch schweigend daneben.
Prozessauftakt in Landau
Am Landgericht Landau hat am Mittwoch der Prozess gegen den 23-Jährigen begonnen. Fünf Mitglieder der Bande sind bereits im vergangenen Jahr verurteilt worden. Außerdem soll der Angeklagte einen Autoverkauf in Bayern vorgetäuscht haben, um an rund 10.000 Euro zu kommen.
Rechnungen geklaut und gefälscht Fünf Männer wegen Postbetrugs in Landau verurteilt
Der Prozess wegen Betrugs mit gefälschten Rechnungen in Landau ist am Dienstag zu Ende gegangen. Fünf junge Männer sind verurteilt worden. Aber nur einer muss ins Gefängnis.
Schaden beträgt rund 32.000 Euro
Die Täter sollen Briefe mit Rechnungen geöffnet, eingescannt und auf den Formularen ihre eigenen Konten eingetragen haben. Dann warfen sie die Briefe wieder in den Kasten.
Die Empfänger der Rechnungen überwiesen - ohne es zu wissen - Geld auf die Konten der Bande. Der Schaden soll rund 32.000 Euro betragen. Betroffen waren vor allem Rechnungen von lokalen Firmen, zum Beispiel einer Reinigungsfirma und einem Bestattungsinstitut, aber auch von Arztpraxen.
Angeklagter hat sich selbst gestellt
Der 23-jährige mutmaßliche Kopf der Bande hatte die Aktionen wahrscheinlich von der Türkei aus gesteuert. Er war mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Im September 2025 hatte er sich bei seiner Einreise nach Deutschland selbst gestellt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Briefkästen in der Südpfalz geplündert
Der mutmaßliche Bandenführer soll die Idee zu dem Betrug gehabt haben und die anderen jungen Männer angeworben haben. Mit einem Generalschlüssel hatten sie im Sommer 2024 Postbriefkästen in Landau, Offenbach, Essingen und Hatzenbühl geöffnet.
Ende Juni war einer von ihnen dabei in der Landauer Südstadt von einem Zeugen beobachtet und kurz danach von der Polizei geschnappt worden.
Bande soll Rechnungen geklaut haben So reagiert die Deutsche Post auf den Briefkasten-Betrug in der Südpfalz
Die Staatsanwaltschaft Landau hat Anklage gegen fünf Männer erhoben. Sie sollen aus den gelben Briefkästen der Post Rechnungen gestohlen und manipuliert haben. Die Deutsche Post hat darauf reagiert.
Autokäufer mit Pfefferspray attackiert
Außerdem wird dem Angeklagten vorgeworfen, mit Mitgliedern seiner Bande im Mai 2024 den Verkauf eines Autos in Bayern vorgetäuscht zu haben. Zwei Mittäter sollen dabei die Opfer vor Ort getroffen und versucht haben, ihnen das Geld, das sie für den Autokauf bar dabei hatten, zu stehlen.
Dabei kam auch Pfefferspray zum Einsatz. Der Angeklagte soll dabei mit den Männern vor Ort Kontakt gehabt haben.
Post-Betrug in Landau: Angeklagter hat Schulden
Vor dem Landgericht gab der Angeklagte am ersten Prozesstag Auskunft über Privates. Er habe Spielschulden von rund 100.000 Euro, sei THC- und alkoholabhängig gewesen. In den vergangenen Jahren habe er mal in der Türkei, mal in Rheinland-Pfalz gelebt. Zuhause habe es zwischen seinen Eltern "Stress" gegeben.
Für den Prozess am Landgericht Landau sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Zu den Taten selbst hat der Angeklagte am ersten Tag noch nichts gesagt.