Christian Frick blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Er hat nach dem Abitur angefangen, Logistik an der Hochschule Ludwigshafen zu studieren – und dieses Studium wieder abgebrochen. "Es war mir zu trocken. Dazu kamen dann auch der Gedanke, wie denn die Zukunft der studierten Menschen im Logistik-Bereich aussieht. Da wird die Künstliche Intelligenz einen immer größeren Einfluss haben. Darum habe ich mich entschieden, dass das nicht mein Weg ist."
Lieber etwas mit den Händen machen.
Stattdessen hat er ein Praktikum gemacht, in einem Betrieb der Solaranlagen verkauft und einbaut. Dabei ist die Idee für seine berufliche Zukunft entstanden: "Ich habe gemerkt, dass mir das liegt – ich möchte etwas mit den Händen machen, abends sehen, was ich geschafft habe."
Immer mehr Abiturienten machen eine Ausbildung
So wie Christian Frick geht es immer mehr jungen Menschen in der Vorder- und Südpfalz. Handwerkskammer und Arbeitsagentur bestätigen, dass mehr junge Menschen nach dem Abitur eine Ausbildung beginnen als vor einem Jahr, auch wenn die Zahlen noch nicht final seien.
"Eine KI kann keine Mauer hochziehen, darum gilt das Handwerk als sehr zukunftssicher", sagt Alexandra Lüders von der Arbeitsagentur in Ludwigshafen. Und nicht nur das Handwerk sei beliebt: "Auch die sozialen und medizinischen Berufe, dazu Erzieher und Lehrer, sind glaube ich relativ sicher. Weil die KI den direkten Kontakt zwischen Menschen nicht ersetzen kann."
Fachkräftemangel macht KI nötig
Die Zahl der Auszubildenden im Handwerk steigt dieses Jahr um mindestens 13 Prozent im Vergleich zu 2025. Doch auch Verwaltungsberufe, wie Alexandra Lüders selbst einen hat, sind nach wie vor beliebt. Hier glaubt sie, dass sich der Berufsalltag verändern wird – aber nicht nur zum Negativen: "Wir werden lernen müssen mit der KI zu arbeiten, ihr klar zu sagen, wobei sie unterstützen kann. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen gehen bald in Rente. So viel Nachwuchs haben wir nicht, es ist gut, dass die KI da den Arbeitsalltag erleichtern kann."
Aktion der Arbeitsagentur in Ludwigshafen Wie Jugendliche in Ludwigshafen um Ausbildungsplätze bowlen
Im Rahmen einer Aktion der Arbeitsagentur konnten Jugendliche in der Bowlinghalle in Ludwigshafen am Mittwoch Ausbildungsunternehmen kennenlernen - und Bowling schon fast mit Bewerbungsgespräch verbinden..
KI könne beim Planen unterstützen, bürokratische Aufgaben vereinfachen und Schreibprozesse beschleunigen. Und das wird von Vielen im Job als hilfreich wahrgenommen.