Protest in Speyer gegen eklige Hinterlassenschaften am Ufer des Russenweihers. Die "Anglerfreunde Speyer" besprühen Hundehaufen mit rosa Kreide, um die Bürger zu sensibilisieren. Jetzt gibt es entlang des Spazierwegs viele pink eingefärbte Stellen.
Aktion "Wir machen Hundekot sichtbar"
80 Hundehaufen wurden beim allerersten Sprühen Anfang August gefärbt, berichtet Siegfried Steinbrenner. Bei den "Anglerfreunden Speyer" ist er der Erste Vorsitzende. An die Kottüten-Spender, die am Russenweiher stehen, haben die Angler Protestzettel geklebt: "Wir machen Hundekot sichtbar", ist darauf zu lesen.
Ein Hundehalter, der mit seinem Chihuahua namens "Bienchen" am See unterwegs ist und ganz vorbildlich sogar zwei Kottüten dabei hat, beobachtet interessiert die Sprühaktion. "Das bringt überhaupt nichts", befürchtet er pessimistisch.
Viele Hundehalter lassen die Haufen ihrer Vierbeiner absichtlich liegen, meint der Mann. "Es ist ihnen egal, ob jemand dort reintritt." Das ist schade, sagt der Hundebesitzer, denn es sehe übel aus.
Gefährliche Bakterien und Parasiten im Kot
Nicht aufgesammelter Hundekot kann schlimme Folgen haben für die Lebewesen im Russenweiher, warnt Siegfried Steinbrenner. Wenn nämlich der Kot vom Regen in den See gespült wird. Und am Ufer spielende Kinder können über den Kot mit gefährlichen Bakterien und Parasiten in Kontakt kommen.
Zahl der Kothaufen ist gesunken
Der Vorsitzende der Anglerfreunde Speyer ist optimistisch, dass das Besprühen der Kothaufen etwas bringt. "Die Bürger werden sensibilisiert", meint er. Er habe den Eindruck, dass die Zahl frischer Kothaufen deutlich gesunken ist.
Ganz anders sieht es der Besitzer von Chihuahua "Bienchen": "Ich habe gesehen, dass heute morgen wieder frisch hingeschissen worden ist von den Hunden."
Hundekot mitten auf dem Kinderspielplatz
Am Ende des Rundgangs um den See gibt es eine böse Überraschung für Siegfried Steinbrenner von den "Anglerfreunden". Auf dem Kinderspielplatz liegt auf der Sandfläche am Ende der Edelstahl-Rutsche ein frischer Hundehaufen. "Eventuell reicht das Sprühen nicht", meint der Anglerfreund nachdenklich. "Vielleicht kann der Kommunale Ordnungsdienst regelmäßig bei uns am Russenweiher kontrollieren."