Mit dem Beginn des neuen Jahres ist im hessischen Limburg ein neuer Bußgeldkatalog in Kraft getreten: Wer ab jetzt Müll auf die Straße wirft und dabei erwischt wird, muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen.
Bis zu 500 Euro Strafe für Hundekot
Anders als beispielsweise in Koblenz werden Müll-Sünder in Limburg mit pauschalen Bußgeldern bestraft. Und die haben es in sich: Kaugummis auf die Straße spucken oder achtlos Flaschen, Bananenschalen oder Taschentücher auf den Boden fallen lassen, kostet 120 Euro. Wildpinkeln kann ein Bußgeld von 300 Euro nach sich ziehen. Und wer Hundekot nicht wegräumt oder einen Kotbeutel einfach liegen lässt, muss 400 bis 500 Euro zahlen, wenn er erwischt wird.
Werden größeren Mengen an Müll oder Sperrmüll ohne einen Abholtermin in der Öffentlichkeit gelagert, dann wird es in Limburg richtig teuer. Die Bußgelder liegen hier je nach Fall zwischen 1.000 und 1.500 Euro.
Illegaler Müll in Limburg: Stadt beklagt hohe Kosten
Hintergrund ist, dass die Stadt nach eigener Auskunft schon länger ein Müllproblem hat. Im Juli 2025 hat die Verwaltung mitgeteilt, dass das städtische Ordnungsamt nahezu täglich damit beschäftigt sei. In den ersten sieben Monaten des Jahres seien bereits 100 Tonnen illegalen Mülls entsorgt worden. Das habe die Stadt 30.000 Euro gekostet, heißt es in der Mitteilung.
Müll auf der Straße: In Koblenz wird oft nur verwarnt
Auch in vielen Kommunen im Norden von Rheinland-Pfalz können Bußgelder wegen öffentlicher Verunreinigung verhängt werden. Koblenz hat zum Beispiel geregelt, dass Hundehalter den Kot ihres Tieres entfernen müssen, auch Wildpinkeln ist verboten. Nach SWR-Informationen werden Verstöße dagegen aber oft nur als "geringfügige Ordnungswidrigkeit" behandelt.
Wer dabei erwischt wird, muss in vielen Fällen lediglich ein Verwarnungsgeld zwischen 5 und 55 Euro zahlen - auch wenn Geldbußen bis 5.000 Euro theoretisch möglich wären. Die Stadt Koblenz hat zudem im vergangenen Sommer Hinweisschilder gegen das Vermüllen von Straßen und Grünflächen aufgestellt, um auf das Problem aufmerksam zu machen.
Neuwied verstärkt Kontrollen gegen illegalen Müll
Auch die Stadt Neuwied hat nach eigenen Angaben damit zu kämpfen. Die illegalen Müllablagerungen "verunstalten unsere Stadt, belasten die Umwelt und verursachen hohe Kosten", heißt es in einer Mitteilung. Viele Bürgerinnen und Bürger ärgerten sich darüber.
Seit November 2025 gibt es deswegen mehr Kontrollen. Das heißt, Mitarbeiter der Stadt und des Kreises Neuwied fahren in der Region verstärkt Streife. Außerdem ruft die Stadt dazu auf, illegalen Müll zu melden.