Die Idee ist simpel: Die "Poop-App" soll zeigen, wie viele Hundehaufen es in einer Region gibt - und so den Druck auf säumige Hundehalter erhöhen. Denn irgendwann war es zu viel in der Hofeinfahrt von Familie Zimmermann in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis). Vater Wladimir und Sohn Tim sind Tüftler. Sie schrauben und programmieren gerne. Statt sich weiter zu ärgern, haben sie das Problem selbst angepackt und den "Poop-Radar" entwickelt. Programmiert haben Tim und sein Vater die App zunächst für Android-Smartphones. An der App für Apple arbeite man noch.
Mitmachen ist angesagt
Der "Poop-Radar" ist eine Mitmach-App und denkbar einfach zu bedienen: Herunterladen, registrieren, loslegen. Sehen Nutzer einen Hundehaufen, setzen sie auf einer Karte eine entsprechende Markierung - in Form eines braunen Häufchens. Ursprünglich sollte es drei Haufen-Größen geben, doch davon sind beide abgekommen. Bei der Namensgebung wurde länger hin und her debattiert: Die englische Bezeichnung für Kot "Poop" klang in ihren Ohren am wenigsten unappetitlich.
Wir wollten etwas haben, das sichtbar macht, was viele täglich nervt.
Challenge: Mit Häufchen Punkte sammeln
Die Hoffnung ist, dass sich der eine oder andere Hundehalter angesprochen fühlt. Und wenigstens den Haufen des eigenen Hundes entschärft. Für jeden gemeldeten Haufen gibt es übrigens Punkte, noch mehr gibt es, wenn man ihn auch wegmacht. Irgendwann können User dann auch den Legendenstatus erreichen. Allerdings habe das noch niemand geschafft.
Wiesloch ist die Nummer eins
Mit der App hat man auch immer im Blick, in welcher Gemeinde wie viele Tretminen gemeldet wurden. Wiesloch liegt - dank seiner App-Entwickler - einsam an der Spitze. Die Freude über den Spitzenplatz hält sich bei der Stadtverwaltung Wiesloch in Grenzen. Eine Sprecherin der Stadt schraubt die Erwartungen an die App gegenüber dem SWR zurück: Die Stadtreinigung werde sich nicht sofort in Bewegung setzen, wenn jemand einen Kothaufen melde. Übrigens wurde mit Hilfe des "Poop-Radars" auch schon eine Tretmine im Ausland gemeldet: in Wien.